3 Tage – 3 Rennen: Die Premiere des Davos SkiMo Festivals war ein voller Erfolg

Das vergangene Wochenende markierte den Auftakt für ein neues Eventformat unter dem Namen Davos SkiMo Festival. Über 150 Skitouren-AthletInnen aus über 11 Ländern hatten für die Erstauflage gemeldet, um an drei Rennen Freitag, Samstag und Sonntag an den Start zu gehen.

Das Davos SkiMo Festival wurde heuer erstmals in dieser Form ausgetragen. Dank dem engagierten Organisationsteam waren alle drei Rennen ein voller Erfolg. Der überraschende Schnee- und Kälteeinbruch nach den frühlingshaften Temperaturen in den Wochen zuvor, sorgte für eine winterliche Atmosphäre und stellte die Organisatoren vor besondere Herausforderungen. Dank der vielen HelferInnen konnten alle drei Strecken dennoch perfekt vorgespurt, markiert und betreut werden, so dass die StarterInnen ohne Probleme auf der Strecke unterwegs sein konnten. In der Festival-Area auf dem Jakobshorn-Parkplatz erwartete alle Gäste ein abwechslungsreiches Eventprogramm mit Bühne, DJ Musik, diversen Ausstellern für Testmaterial und Verpflegung. 

Relay

Das neu konzipierte Rennformat „Davos-Relay“ war der Auftakt für das dreitätige Davos SkiMo Festival. In der Fun-Staffel traten die AthletInnen in beliebigen Teams zu zweit gegeneinander an. Jede/r LäuferIn erwartete zwei kurze Aufstiege und zwei kurze Abfahrten sowie eine Portage, bevor an den/die TeampartnerIn übergeben wurde oder ins Ziel gelaufen wurde. Perfekt für eine Afterwork-Session geeignet, gingen auch einige Kurzentschlossene noch spontan an den Start. Die ZuschauerInnen konnten die komplette Strecke auf dem Bolgen-Hang einsehen und so mitverfolgen, wie die schnellste Herren-Staffel des SkiMo Teams Graubünden bestehend aus Arno Lietha (führend im WeltCup in der Disziplin Spring) und seinem Kollegen Patrick Perreten bereits nach 11:01 Minuten das Ziel erreichte. Die Kategorie Mixed gewannen Marc Dürr und Tatjana Paller vom SkiMo Team Germany mit einer Zeit von 13:10 Minuten. Die einzige Damen-Staffel, die angetreten war, formte sich aus einem internationalen Team: Sophia Wessling (GER) und Ronya Lietha (CH) fuhren nach 15:06 Minuten über die Ziellinie. 

Individual

Das Davos Race als Individual-Rennen, schon aus den vergangenen Jahren bekannt, startete am Samstag um 09:00 Uhr bei der Mittelstation Jschalp. Auf die StarterInnen, die aus drei unterschiedlichen Strecken mit 800, 1200 und 1600 Höhenmetern wählen konnten, warteten u.a. spektakuläre Portagen auf dem Jakobshorn-Grat und Brämagrat sowie steile Aufstiege und rasante Abfahrten nach den verschiedenen Fellwechseln. Direkt nach dem Zieleinlauf wurden jeweils die drei Bestplatzierten ihrer Kategorie im Rahmen einer Flower Ceremony geehrt. Auf der Kurzstrecke mit 800 Höhenmetern gewann der amtierende Deutsche Meister im Individual U20 Finn Hösch mit einigen Minuten Vorsprung vor seinem Teamkollegen Josef Pelzer und dem Schweizer Luca Rececconi. Lukas Hausberger konnte sich souverän den Sieg auf der mittleren Distanz des Davos Race über 1200 Höhenmeter sichern. David Jost und Simon Widmoser landeten auf Platz zwei und drei. Die längste Strecke mit 1500 Höhenmetern konnte Marc Dürr aus dem SkiMo Team Germany für sich entscheiden mit einer unglaublichen Zeit von 01:30:05 h. Bei den Damen dominierte seine Teamkollegin Tatjana Paller. Sophia Wessling ging auf der Strecke B (1200 Höhenmeter) als erste über die Ziellinie, auf der Kurzstrecke gewann die Schweizerin Julia Glaus vor ihrer Mutter Corinna Glaus. 

Im Festival Village im Tal war auch am Nachmittag einiges für AthletInnen, BesucherInnen und HelferInnen geboten. Die Diskussion zum Thema Skitourengehen auf Pisten – wie lässt sich SkiMo erfolgreich in Skigebiete integrieren?, die im Rahmen des SkiMo Talks mit Dr. med. André Müller (Trainer Leistungssport SkiMo), Martin Aebli (Skitourenläufer), Romano Pajarola (Seilbahnen Schweiz, Verantwortlicher Beratungsstelle Sicherheit) und Vali Meier (SOS Jakobshorn) stattfand, war sehr interessant und gab anregende Einblicke für zukünftige Ideen in der Skitouren Szene. Die Gäste, konnten sich währenddessen mit Bratwurst und Pizzoccheri verpflegen, an den aufgestellten Feuerschalen wärmen und natürlich den SiegerInnen bei der Rangverkündung applaudieren. Als Hauptsponsor brachte sich Go Vertical nicht nur im Rahmen der Preise für die GewinnerInnen ein, sondern auch durch die vielfältigen Angebote in der Festival Area, sowie für die Danksagung an die Vielzahl der HelferInnen & Streckenposten. 

Davos SkiMo 3000

Eines der Highlights des Davos SkiMo Festivals bildete am Sonntag das Davos SkiMo 3000 Langdistanzrennen. Über 80 AthletInnen standen um 06:30 Uhr am Fusse der Fuxägufer Sesselbahn am Start, welcher um 30 Minuten nach hinten verschoben wurde, um etwas der Kälte und Dunkelheit entgegenzuwirken. Das Adventure Race mit 37 km und 3600 Höhenmetern führte die TeilnehmerInnen quer durch die einzigartige Davoser Berglandschaft, die mit den durchbrechenden Sonnenstrahlen besonders zur Geltung kam. Nach nur 04:17:38 h, hatte Gerhard Schneider (Swiss Team Dynafit Colltex) die vier herausfordernden Anstiege, steilen Tragepassagen und den kräftezehrenden sowie technisch anspruchsvollen Abfahrten bewältigt und erreichte als erster das Ziel am Bolgen. Marco Wildhaber vom Team Flütsch Skitouring folgte mit nur 03:01 Minuten Abstand und Nico Dolcolmo (SkiMo Team Graubünden) rundete mit einer Zeit von 04:36:48 h das Siegerpodest ab. Lange konnten die ZuschauerInnen ein spannendes Rennen des Schweizer Siegertrios über die Livetracking-App des Timing Partners TIME2WIN mitverfolgen. Als erste Frau fuhr Marcela Vasinova vom Team Salomon in knapp unter fünf Stunden mit einer Zeit von 04:59:20 über die Ziellinie. Auf die Tschechin folgten Martina Senn vom Flütsch Skitouring Team in 05:22:11h und Cornelia Gruler in 05:31:41h. In der Kategorie Master Herren gewann der Österreicher Andreas Neuper vom Club Skibergsteigen Vorarlberg in 05:04:49 h, mit nur einer Minute Abstand vor dem einheimischen Rolf Bodenwinkler aus Davos und Beda Gujan (05:25:07h). Einige der StarterInnen nutzten die Gelegenheit sich im Rahmen dieses Wettkampfes auf die anstehende Patrouille des Glaciers von Zermatt nach Verbier vorzubereiten.

Hinter der Veranstaltung steht der Organisator des Trailrunningevents Bernina Ultraks, die Peaks Park GmbH, der mit seinen Events die einzigartige Bündner Berglandschaft von seiner besten Seite präsentieren möchte. Zusammen mit Daniel Bühlmann und Michael Caflisch, dem Organisationskomitee des in der Vergangenheit bereits stattfindenden Davos Race, hatte man ein Eventkonzept erarbeitet. Das Team der Organisatoren ist froh um die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Davos Klosters Bergbahnen und der Davos Destinations Organisation. Der Veranstalter zieht ein positives Fazit. Geschäftsführer Gian Luck: „Wir sind froh und stolz, dass wir die Strecken trotz des kurzfristigen Schneefalls gut vorbereiten konnten und die LäuferInnen die hohe Streckenqualität und das überragende Naturerlebnis voll mitnehmen konnten.“ Das erste Davos SkiMo Festival war ein voller Erfolg und hat dem boomenden Ski-Mountaineering Sport eine tolle Plattform gegeben, besonders in Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2026 in Milano, bei welchen SkiMountaineering zum ersten Mal olympisch sein wird.

Im kommenden Jahr soll das Davos SkiMo Festival erneut stattfinden, Termine werden baldmöglichst auf der Webseite www.davos-skimo.ch veröffentlicht. Wer nicht so lang auf den Genuss der Bündner Berglandschaft verzichten möchte, und im Sommer gern als Trailrunner unterwegs ist, ist herzlich willkommen zu den Bernina Ultraks am 01./02. Juli 2022 in Pontresina. 

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