Die Watzmann-Gams – Kulturgut der Berchtesgadener Skibergsteiger

Foto: Stefan Schmid
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  • Watzmanngams 2018 - Teilnehmer unter der Jungfrau
  • Watzmanngams 2018 - vor dem Start
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Die Watzmann-Gams oder auch einfach die Gams, wie sie von den Teilnehmern liebevoll genannt wird, ist seit nunmehr 47 Jahren ein Fixstern am Himmel des Skibergsteigens in Berchtesgaden.
„Die Gams ist für mich ein wenig wie Weihnachten, da liegt etwas ganz Besonderes in der Luft“ sagt Lokalmatador und Weltcupsieger im Skibergsteigen Toni Palzer.
Nach dem Start auf der Kührointalm ein Quergang durch den Lärchenwald unterhalb des kleinen Watzmann, dann in das große Kar und eine Spur, die stufenartig abwechselnd steil und flach bis zum Fuße der Watzmann-Kinder führt. In Spitzkehren geht es hinauf bis zur Skischarte, für den atemberaubenden Blick in die Ostwand sowie auf den König- und Obersee bleibt nur wenig Zeit. Es folgt eine Abfahrt zum Zieleinlauf auf dem Feldherrenhügel. Ein Zieleinlauf, dessen Szenerie kaum beeindruckender sein könnte. Umrahmt von der Watzmannfamilie entschädigt der Ausblick auf das bereits grüne Tal für all die vorhergegangene Schinderei.

Auf den ersten Blick ist die Watzmann-Gams ein gewöhnliches Skitourenrennen vor beeindruckender Kulisse. Was die Gams also so besonders macht? Sie ist ein Treffpunkt für das Bergvolk des Berchtesgadener Landes, der Ausklang einer langen Saison auf zwei Brettern, der Abschied vom Winter und ein sportliches sowie gesellschaftliches Highlight, bei dem Alt und Jung ihrem geliebten Skitourensport frönen. Die Gams ist ein wichtiges Kulturgut in jenem Talkessel, in dem das Skibergsteigen einen Stellenwert hat wie König Fußball im Rest der Republik.

Die Mittagssonne bringt den Schnee auf der Kührointalm langsam zum Schmelzen und der Gerstensaft flutet die durstigen Kehlen der Skibergsteiger – Frühlingsgefühle bei der Siegerehrung auf der großen Lichtung am Fuße des kleinen Watzmann. Die Sieger nehmen die heißbegehrte Trophäe, eine hölzerne Gams, in Empfang und bis spät in die Nacht erzählt man sich Geschichten eines langen, erlebnisreichen und mit vielen Skitouren gefüllten Winters. Im Tale wartet der Frühling und dann schon bald der Bergsommer – Zeit zur Vorbereitung auf die nächste Gams.

Ergebnisse Watzmann-Gams 2018:

Skibergsteigen-Wettkampf – Kurze Strecke (nur Aufstieg bis Feldherrnhügel)
Jugend männlich: 1. Lenzi Eder 37 Min., 2. Andreas Brandner 41 Min., 3. Valentin Gschossmann 43 Min.;

Senior weiblich: 1. Jaqueline Brandl 37 Min., Susi Lenz 40 Min., Heidi Hochfilzer 46 Min.;

Master weiblich: Annemarie Palzer 37 Min.;

Alte Mandl (Ü 65): Erwin Marchner 53 Min., Josef Fürmann 58 Min.;

Teams: 1. Fruchtzwerge (Ch. Lichtmangegger, S. Schwaiger, Ph. Wagner), 2. De drei Drausdigen (S. Schmölzl, G. Fuchs, A. Hartmann)

Skibergsteigen-Wettkampf – Lange Strecke (Aufstieg bis 6. Kind und Abfahrt zum Feldherrnhügel):
Senior männlich
(23 Teilnehmer): 1. Toni Palzer 37 Min., 2. Christoph Walch 41 Min., 3. Andreas Jank 41 Min.,

  1. Felix Kastner 42 Min., 5. Simon Kurz 42 Min.;

Master männlich: 1. Wolfgang Palzer 45 Min., Wolfgang Krämer 54 Min., Schlesener Christian 70 Min.

 

Kletterwettkampf:
Herren:
1. Florian Rabenbauer, 2. Stefan Hallinger, 3. Christian Schlesener; Damen: 1. Susi Lenz.

SuperCombi (Klettern + Skibergsteigen):
Herren
: 1. Florian Rabenbauer, 2. Andreas Jank, 3. Anderl Soyter; Damen: 1. Susi Lenz.

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