Österreich hautnah – der Austria RUSH 2018 ist im Ziel

Eine Idee aus Salzburg begeistert die Sportwelt. Beim Austria RUSH zählen Teamgeist, Kameradschaft und packende Leistungen auf Rennrad und Tourenski. Das einzigartiges Sport-Event führt die Teilnehmer in vier Tagen von Wien bis auf den Großglockner. Erst mit dem Rennrad, später auf Tourenski und Steigeisen geht es auf den höchsten Gipfel Österreichs.
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Am Ende war es der Wind, der den ganz großen Triumph am Großglockner vereitelte. Starker, in Böen stürmischer Wind mit teils über 80 Stundenkilometern sorgten für das Ende kurz vor Schluss. Doch für die zehn Finisher des zweiten Austria RUSH war der Gipfelsieg am Ende gar nicht mehr so entscheidend. Auf der Adlersruh in 3.450 Meter Höhe lagen sich die Sportler aus Österreich und Deutschland in den Armen und feierten ihre großartige Leistung. Hinter ihnen lag nicht nur der lange Aufstieg über knapp 1.600 Höhenmeter vom Lucknerhaus, sondern auch die Strecke von Wien nach Kals – 494 Kilometer und 4.800 Höhenmeter mit dem Rennrad, über Semmering, Katschberg, Iselsberg und den langen Anstieg von Lienz über Kals zum Lucknerhaus; eine Schinderei.

Der RUSH sei zwar ausdrücklich kein Rennen, sagt Veranstalter Hans-Peter Kreidl aus Neukirchen am Großvenediger. „Trotzdem gehen unsere Teilnehmer jeden Tag an ihre Grenzen“. Der Unterschied: „Bei uns kämpfen die Sportler miteinander statt gegeneinander“. Vor fünf Jahren hatte der Oberpinzgauer mit dem Venediger RUSH die Idee zu diesem Format. Inzwischen ist aus dem Salzburger Event eine ganze Serie geworden, gibt es RUSH-Events auch in Oberösterreich und einmal quer durch die Alpenrepublik. Im September geht es dann in Deutschland von Berlin auf die Zugspitze.

Und auch wenn in den vergangenen Jahren Top-Sportler wie Benjamin Karl, Andi Goldberger, Julian Eberhard oder Anton Palzer mit von der Partie waren, der RUSH wendet sich vor allem an begeisterte Hobbysportler. Dieser neue Ansatz kommt gut an, jedes Jahr steigen die Anmeldezahlen. „Die Menschen haben im Alltag genug Stress, da wollen wir in der Freizeit nicht noch einen drauf setzen“, erklärt RUSH-Erfinder Kreidl.

Auch Kerstin Quirchmayr ist vom RUSH überzeugt. Die einzige Frau im Starterfeld war schon im vergangenen Jahr bei der Premiere des Deutschland RUSH mit dabei – und ist ganz offensichtlich auf den Geschmack gekommen. „Es ist teilweise so hart und du musst dich immer wieder selber anfeuern und motivieren, sagt die Wienerin. Das funktioniere in der Gruppe aber sehr gut. Und dann, sagt sie, „wirst du wieder belohnt – von noch einem schöneren Panorama, noch einer tollen Abfahrt und dem Gefühl, dass du wieder etwas Besonderes geleistet hast. Dazu die Unterstützung der Gruppe – „Das taugt mir“, sagt Kerstin.

Schon der Start zum Austria RUSH war heuer ein beeindruckendes Bild. Rund 150 Radsportler aus Wien und Umgebung geleiteten das Feld vom Argus Bike Festival auf dem Rathausplatz bis zum Semmering. Hier hatte das RUSH-Team für alle Starter eine große Jause vorbereitet. Übrigens ein Markenzeichen der RUSH-Macher. „Die Stimmung, die Organisation, die Verpflegung, das ist einfach perfekt“, sagte Starter Christoph Härer aus der Nähe von Stuttgart. Normalerweise ist der 48jährige als Triathlet aktiv – und anderes gewohnt. „Ich bin rund um eine Sportveranstaltung noch nie so gut betreut und versorgt worden wie hier, das ist super“.

Eine weitere Besonderheit des Austria RUSH: Wer nicht um Zehntelsekunden kämpfen muss, hat ein Auge für Landschaft und Natur am Wegesrand. Und davon gibt es entlang der Strecke viel zu sehen. Verantwortlich dafür ist Streckenchef Michael Strasser. Der Wiener Extrem-Ausdauersportler kreiert nicht nur die abwechslungsreiche Route quer durch Österreich, er begleitet die Fahrer auch auf dem Rad. „Mir ist es wichtig, dass die Teilnehmer etwas Besonderes erleben, bei aller Anstrengung auch Zeit haben, den Tag zu genießen“, erklärt Strasser seine Idee.

Und die kommt an. Hannes Laister aus Ebbs in Tirol zum Beispiel sitzt auf der Adlersruh im Windschatten der Hütte und trägt ein breites Lächeln auf den Lippen. Viel sagen kann er nach den vier anstrengenden Tagen gerade nicht, die Luft ist ihm etwas zu dünn. Nur so viel: „Ich bin gerade wahnsinnig stolz und glücklich, das mache ich wieder.“

Die nächsten RUSH-Events sind der Venediger RUSH von Salzburg auf den Großvenediger am 3. und 4. Mai 2018 sowie der Deutschland RUSH zum Tag der Deutschen Einheit vom 28. September bis zum 3. Oktober. Hier führt die Strecke in sechs Tagen von Berlin auf die Zugspitze. Ganz neu im Programm ist zudem der E-RUSH von der Radlhauptstadt München auf die Königsleitenspitze oberhalb der Elektromobilitätsgemeinde Wald-Königsleiten.

Einen sehr guten Eindruck, wie ein Rush aussieht, vermittelt die Mini-Doku des ORF vom RUSH 2017.

Alle Veranstaltungen der RUSH-Serie unter www-the-rush.eu.

Text: Hans-Peter Kreidl/Ole Zimmer

Fotos: Ole Zimmer

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