SKIMO Austria Pressekonferenz 2020

Am 14.01.2020 lud SKIMO Austria zur jährlichen Pressekonferenz im Autohaus Sonnleitner in Salzburg – einem langjährigen Kooperationspartner – ein. Zahlreiche Experten aus der Branche informierten rund um die positive Entwicklung im Skibergsteigen, Trends und den Weltcup im benachbarten Berchtesgaden (DE).
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Bei der jährlichen Pressekonferenz von SKIMO Austria präsentierte Karl Posch (Betreiber der Online Plattform SKIMO Austria) gemeinsam mit Wolfgang Mayrhofer (Geschäftsführer Atomic Austria GmbH und Sprecher der österreichischen Skiindustrie), Irina Andorfer (Sales Manager Dynafit AT/DE) und Martin Stolzenberger (Geschäftsführer Bergzeit.at) aktuelle Zahlen und Entwicklungen. Im zweiten Teil der Pressekonferenz kamen die Veranstalter rund um den SKIMO Alpencup und des Weltcups in Berchtesgaden zu Wort. Richard Lenz (OK-Präsident Jennerstier und 2. Bürgermeister Gemeinde Schönau am Königssee) sowie die beiden Top-Athleten Jakob Herrmann (AT) und Anton Palzer (DE) gaben Einblicke zu den bevorstehenden Rennwochenenden. Neben den wichtigsten österreichischen Medien befanden sich im Publikum weitere Hersteller, wie Buff und Martini Sportswear, welche diese Veranstaltung zum Austausch nutzten.

Trendsport Skibergsteigen: Größter Zuwachs bei den Fitnessgehern, Frauen und Jugendlichen

In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Skibergsteiger – auch Tourenskigeher – genannt verdoppelt und ist laut ÖAV auf über 600.000 (+1 %) aktive Sportler gestiegen. Dabei gab es einen deutlichen Zuwachs bei den rund 75.000 „Fitnessgehern“ (+7 %), für die der Aufstieg mit Fellen im pistennahen Bereich zum regelmäßigen Training gehört. Die Zahl der Wettkampfsportler ist mit rund 6.000 Athleten gleichgeblieben, genauso wie die Zahl der knapp 120 durchgeführten Rennen in Österreich.

Wie bereits die letzten Jahre deutlich gezeigt haben, ist Skibergsteigen keine männerdominierte Sportart mehr. Im Gegenteil: viele Frauen und junge Sportler finden Gefallen an der naturverbundenen Sportart. Bei Touren im alpinen Skiraum (auf Pisten) herrscht bereits ein sehr ausgeglichenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern: rund 50 % aller Tourengeher sind weiblich. (Im Vergleich zu Touren im Gelände, wo das Verhältnis in etwa 30:70 % aufgeteilt ist.) Erfreulich ist der hohe Damenanteil bei der jungen Zielgruppe der 15 bis 25-Jährigen, dieser liegt teilweise über 50 %. Hersteller reagieren auf diesen Trend mit eigenen Damenlinien und professionellen Komplettlösungen für Jugendliche und Kinder. Insgesamt hat sich das Durchschnittsalter des Tourengehers von 40+ auf rund 37 Jahre verringert. Tendenz weiter fallend.

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Finanziell betrachtet ist der Skibergsteiger eine sehr lukrative Zielgruppe für den Handel, denn die wirtschaftliche Situation und Kaufkraft hat sich enorm verbessert. Während der Skitourengeher früher als jene Person belächelt wurde, die sich keine Liftkarte leisten kann, ist der Skitourengeher von heute gut situiert. Von Individualismus und Naturverbundenheit getrieben, investiert diese Zielgruppe viel Geld in die Ausrüstung. Der Handel hat dies erkannt und reagiert darauf mit einem immer größer werdenden Produktsortiment: vom günstigeren Einsteigerset bis hin zur gewichtsreduzierten High-End-Ausrüstung für Tüftler und Spezialisten.

Österreichischer Markt bleibt konstant – Größter Zuwachs am deutschen Markt

Das Wachstum im Skitourenmarkt hat sich im Vergleich zum letzten Jahr verschoben. Bei einem Gesamtumsatz von 780 Mio. EUR liegt Österreich – jahrelang Nummer eins im Wachstum und Marktführer im Skibergsteigen – zwar nach wie vor auf Platz 1 mit 16 % Marktanteil, jedoch gemeinsam mit USA und Kanada, die stark aufgeholt haben. Den größten Zuwachs gab es am deutschen Markt, welcher mit 13 % die Skibergsteiger-Nationen Italien, Frankreich und Schweiz (mit je 12 % Marktanteil) überholt hat.

In der Saison 2018/19 wurden in Österreich 58.000 Paar Tourenski, 82.000 Felle, 48.000 Tourenbindungen und 51.000 Paar Tourenskischuhe verkauft – ein deutlicher Aufwärtstrend in allen Bereichen. Insgesamt verzeichnete der österreichische Handel ein Umsatzplus von 5 % auf 100 Mio. EUR im Bereich Hartware und 130 Mio. EUR für Bekleidung. Eine Sättigung dieser positiven Aufwärtsspirale ist nicht in Sicht.

Viele namhafte Skihersteller passen sich dieser Entwicklung an, was Wolfgang Mayrhorfer, Geschäftsführer von Atomic, betonte:

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„Wir sehen einen massiven Anstieg im Markt. Atomic hatte immer schon Tourenski im Sortiment, mit unserer Marke Atomic Backland bieten wir nun ein komplettes Sortiment für den Skibergsteiger an und investieren in diesem Bereich. Von diesem Know-how profitiert auch der Alpinskifahrer. Aus unserer Sicht ist die Reise noch lange nicht zu Ende, im Gegenteil, es ist eine riesen Chance für uns.“

Wachstum bedeutet gleichzeitig Innovation und technische Entwicklungen. Hier ist der Skitourensport derzeit der wohl innovativste Bereich am Markt. Im Vordergrund stehen leichte Hightech-Produkte, die ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort gewährleisten. Irina Andorfer, Sales Manager Dynafit AT/DE, bestätigt diesen Trend:

Skimo PK 2020 Bild 36 Hold Roland LR„Als Dynafit sehen wir uns als Träger des Skitourensports und konzertieren uns darauf, wie man leichtere, komfortable und bedienerfreundlichere Produkte ermöglicht. Das heißt, eine kundenorientierte Weiterentwicklung, um den Tourensport für die breite Masse attraktiv zu machen. Als Industrie braucht man Lösungen, da punktet Dynafit dadurch, dass wir die einzige Marke sind, die Komplettanbieter ist: von der Bekleidung über Hartware bis hin zum Zubehör wie Stöcke und Rucksäcke.“

Der seit 2016 stätige Wachstum bei Dynafit im Skitourensegment von jährlich 5 bis 10 % verdeutlicht die positive Zukunftsprognose von SKIMO, Industrie und Handel. Obwohl immer mehr Marken am Markt mitspielen, ist dennoch ein Wachstum möglich. Karl Posch, Betreiber der Plattform SKIMO Austria sieht diese Entwicklung sehr positiv für den Endkonsumenten:

Skimo PK 2020 Bild 14 Hold Roland LR„Marken, die früher nur eine geringe Rolle gespielt haben, sind auf einmal sehr präsent. Denn Skibergsteigen ist lukrativ geworden. Zusätzlich entwickeln sich immer mehr Spezialisten zu Komplettanbietern. Das hat viele Vorteile für die Entwicklung der Sportart, als auch für den Endkonsumenten, dem eine große Auswahl geboten wird und eine laufende Weiterentwicklung der Produkte.“

Auch Bergzeit.at Geschäftsführer Martin Stolzenberger bekräftigt das finanziell interessante Geschäft mit den Skitourengehern:

Skimo PK 2020 Bild 9 Hold Roland LR„Tourenski und –schuhe sind ein beratungsintensives und serviceorientiertes Produkt und kein einfaches Online-Produkt. Es verlangt viel Fachwissen des Verkäufers, was im Onlinehandel nicht so leicht darstellbar ist. Dennoch ist die Zielgruppe der Bergsportler eine sehr wichtige Zielgruppe für uns, da sie vergleichsweise zu einem klassischen Alpinskifahrer das doppelte investiert.“

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