Pierra Creta – das südlichste Skimo Rennen Europas und ein einzigartiges Erlebnis

Was macht man mit seinen Tourenskiern im März auf Kreta? Eine Frage, die sich nicht nur mein Umfeld gestellt hat, sondern auch die Menschen am Flughafen in Heraklion auf Kreta, wenn man seinen Skisack vom Gepäckband nimmt und Richtung Ausgang geht. Dass über 200 Skibergsteiger aus ganz Europa und Griechenland anreisen, um bei der Pierra Creta dabei zu sein - dem südlichsten Skitouren Rennen in Europa - ist in diesem Moment nicht vorstellbar. Und beim Genuss der warmen Frühlingstemperaturen ist es auch kaum zu glauben, dass es auf Kreta überhaupt Schnee gibt. Aber vom 03. bis 04. März wurde ich und über 200 Starter eines Besseren belehrt!
00 Pierra Creta 2019 Bild 1 Binder Simone LR
  • 72 Pierra Creta 2019 Bild 72 Binder Simone LR
  • 91 Pierra Creta 2019 Bild 3 Tore Meirik Fri Flyt magazine LR
  • 92 PierraCreta2019 Bild Thanos Giannakakis
  • 93 Pierra Creta 2019 Bild 89 Binder Simone LR
  • 94 Pierra Creta 2019 Bild 90 Binder Simone LR

Als die Anfrage kam, ob jemand aus dem SKIMO Austria Team zur Pierra Creta fliegen möchte, war das Staunen groß. Ein Skitourenrennen auf Kreta? Gibt es dort überhaupt Schnee? Nach einer ersten schnellen Recherche auf Google war klar: Ja, es gibt dort jede Menge Gipfel mit bis zu 2.500 hm und auch jede Menge Schnee. Warum also nicht?

Pierra Creta – ein Team-Individualrennen mit alpinem Charakter

Die Pierra Creta findet alle zwei Jahre statt und ist ein Team-Individualrennen, bei dem es je nach Strecke entweder 900 hm oder 1.800 hm im alpinen Gelände des Psiloritis Nationalparks zu bewältigen gilt. Viele mögen dies belächeln, aber Tatsache ist, dass es sich um ein alpines Gelände handelt, bei dem Harscheisen und Steigeisen (zumindest für die lange Strecke) auf Grund des anspruchsvollen Geländes verpflichtend sind und die Route den Athleten durchaus technische Fertigkeiten und Können abverlangt. Absolut vergleichbar mit jedem Individual, das wir aus Österreich, Deutschland oder Italien kennen.

Besichtigung der Strecke bei strahlend blauem Wetter

Am Samstag vor dem Rennen war erst einmal Besichtigung der Strecke und ein erstes Kennenlernen des Pierra Creta Teams und der anderen Teilnehmer angesagt. Von Axos, dem Dorf wo die meisten Athleten gewohnt haben, konnte ich nicht glauben, dass wir heute tatsächlich noch Schnee sehen. Eine knapp 45-minütige Autofahrt später, traute ich meinen Augen kaum: wunderschöne, weiß-überzogenen Berge, perfekt glaciert, wie Baiserhauben. Rundherum tummelten sich auch immer mehr Skibergsteiger, zusammen gekommen aus ganz Europa: Norwegen, Österreich, Deutschland, Dänemark und natürlich Griechenland. Alle mit dem selben Ziel, am nächsten Tag bei der Pierra Creta an den Start zu gehen. Viele sind auch schon einige Tage früher angereist, um die ewigen Weiten mit den Ski zu erobern und die breiten Hänge in der Abfahrt zu genießen.

Auch für die jungen Griechen war am Samstag ein wichtiger Tag. Die Kinder aus den umliegenden Dörfer standen in der heurigen Saison das erste Mal auf zwei Bretter, haben Ski fahren gelernt und durften ihr großes Abschlussrennen bestreiten. Es war unglaublich schön erleben zu dürfen, wie motiviert die Kinder waren, die ohne Skilifte, die Ski in ihren Händen, die Hänge hochstapften, um beim Rennen und vor ihren Eltern stolz die neu erworbenen Skifähigkeiten unter Beweis stellen zu können. Das Strahlen ihrer Augen sprach Bände. Dass die jungen Skifahrer für uns (Österreicher) ein völlig veraltetes Material haben und ihre Jeans kurzerhand zur Skihose umfunktioniert wurde, ist absolut nebensächlich. Es zählt ihre Motivation und die Idee, Skifahren als neue Leidenschaft in den Köpfen der Kinder zu verankern. Für die ältere Generation der Griechen ist dies unvorstellbar, im Winter in die Berge zu gehen. Die Jüngeren sehen langfristig durchaus Potential, Kreta als Winterparadies zu positionieren.

Safety first – LVS Training mit Arva

Gemeinsam mit dem LVS Hersteller Arva gab es am Besichtigungstag Workshops zum Thema Lawinensicherheit. Vor allem die heimischen Kinder, die das erste Mal über die weißen Gefahren im Schnee informiert wurden und ein LVS-Set bestehend aus Verschüttetensuchgerät, Sonde und Schaufel in den Händen hielten, lernten spielerisch den Umgang damit. Das Team von Arva stellte aber auch am Renntag mit einem LVS-Checkpoint sicher, dass jeder Rennläufer mit einem funktionierenden LVS-Gerät unterwegs ist. Nicolas Barrucand und Lien Schellens von Arva waren begeistert von der schnellen Auffassungsgabe der Kiddies:

Nicolas Barrucand und Lien Schellens von Arva

Partner

Projektsponsoren