Pistenmaut – Wo ist die Grenze?

Müssen Pistengeher für ihren Aufstieg und die Abfahrt auf der Piste in Österreichs Skigebieten bezahlen? Die Diskussion zum Thema kommt momentan nicht zum Stillstand. Rainer Lampl von der ARGE Skibergsteigen hat auf der Facebookseite skitourengehen.info nun eine Online-Umfrage gestartet, die erheben soll, wie viel die Skibergsteiger bereit wären, für die Pistenmaut auszugeben.
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Haltungen treffen aufeinander

Die Diskussion ist sehr umfangreich und entfacht immer wieder Zwistigkeiten im persönlichen Gespräch. Fährt man als Skifahrer in einigen Skigebieten die präparierten Hänge hinunter, kommen einem nicht selten etliche Skitourengeher entgegen. Manchmal in der Gruppe, manchmal alleine, manchmal mit Hund. Die Skifahrer fühlen sich gestört und die Skigebietsbetreiber sehen sich einem neuen Risiko ausgesetzt, für Verletzungen durch Zusammenstöße, sei es mit Skifahrern oder auch mit Pistengeräten, verantwortlich gemacht zu werden. Deswegen ist es in manchen Skigebieten sogar verboten, mit den Tourenskiern die präparierte Piste zu benutzen. Wie wir bereits berichtet haben, ist dies rein rechtlich jedoch oft nur schwer zu halten.

Die Haltung, durch ein Verbot die Tourengeher fernzuhalten ist teilweise verständlich, doch klar ist auch, dass gut ausgeklügelte Regeln das Risiko auf ein Minimum reduzieren können. Bei Lösen eines Skibergsteigertickets ermöglichen manche Skigebiete den Skibergsteigern, ausgewählte Abschnitte zu benutzen. Das Skigebiet Galsterberg und Hochwurzen hat für Tourengeher zum Beispiel sogar eine eigene Spur neben der Piste geschaffen (siehe Bericht des ORF Steiermark). Das kostet den Tourengeher und die Tourengeherin 5€, ermöglicht aber für alle Beteiligten ein sicheres Bewegen am Hang. Eine solche Initiative fördert nicht nur das friedvolle Zusammenleben der verschiedenen Sportarten sondern auch die Wirtschaft.

Mehrheit stimmt für Maut mit gemäßigtem Preis

Die Umfrage von Rainer Lampl von der ARGE Skibergsteigen möchte erheben, ob und wie viel der ambitionierte Tourengeher bereit ist, den Skigebieten zu bezahlen. Das aktuelle Ergebnis fällt nicht überraschend aus. 9% stimmten für einen Gratis-Aufstieg, 15,4% der TeilnehmerInnen geben an, sie würden 1-2€ ausgeben. Für Kosten von 2-5€ stimmten 55,1%, also die Mehrheit der TeilnehmerInnen. Weitere 15,4% fänden 5-10€ gerechtfertigt, während 5,1% bereit wären, mehr als 10€ zu bezahlen.  Es sieht also so aus, als ob für die meisten Skitourengeher eine Pistenmaut per se kein Problem wäre, solange sich die Preise in einem gewissen Rahmen bewegen. Momentan bewegen sich die Skigebiete im gesamten Spektrum der Ansätze – nach Meinung vieler ist der Bedarf für eine gemeinsame Lösung durchaus vorhanden.

Dass sich hier noch Einiges tun wird, ist sicher. Vielleicht kann die Umfrage  dann auch ihren Teil dazu beitragen, dass die scheinbar endlose Diskussion mit Fakten manifestiert wird und es konstruktive Vorschläge für eine gemeinsame Lösung geben kann.

Foto: www.dynafit.com

 

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