Weltcup Les Diablerets 3d (SUI) Tag 3: das Individualrennen

ISMF Worldcup Ski Mountaineering Les Diablerets 2014
  • WC Diablerets Individual # Philip Brugger 29 # foto werbegams.at # LR
  • WC Diablerets Individual # Ina Forchthammer 94 # foto werbegams.at # LR
  • WC Diablerets Individual # Ina Forchthammer 93 # foto werbegams.at # LR
  • WC Diablerets Individual # Ina Forchthammer 67 # foto werbegams.at # LR
  • WC Diablerets Individual # Ina Forchthammer 66 # foto werbegams.at # LR

Ein Tag zum vergessen, Probleme und Defekte en masse, einzig Martin Weißkopf konnte mit Platz 18 ein achtbares Ergebnis abliefern. Das positive heute ist, dass sich niemand von unseren Athleten ernsthaft verletzt hat.

Aber der Reihe nach: schon gestern spät Abends war Daniel Zugg komisch zumute, der Magen machte Probleme. Am frühen morgen dann die Gewissheit: so geht’s nicht. Absage des Rennstarts, zurück ins Bett….da warens nur mehr 4.

Der Start zum Rennen der allgemeinen Klasse mit Martin Weißkopf, Alex Fasser und Philipp Brugger erfolgte schließlich pünktlich um 9:00 Uhr. Unsere 3 Athleten waren allesamt dicht beisammen, Weißkopf und Fasser etwas voraus. Philipp Brugger war hinter den beiden Leistungsträgern gut unterwegs.
Die schon gestern von Trainer Alexander Lugger und anderen Betreuern geäußerten Bedenken zur Strecke wurden nun in den ersten Anstiegen und Abfahrten schon spürbar. Die offene Klasse wurde mit viel zu kurzem Abstand in die Weltcupläufer hineingestartet, zudem waren die Abfahrten alles andere als sicher. Löcher, Bäume, Pfähle…alles ohne Sicherheitsabsperrung.
Philipp Brugger knackste sich bei der ertsen Abfahrt prompt den Skischuh an, ging aber noch tapfer weiter. In der 2. Abfahrt war dann endgültig Schluss, der Schuh brach völlig. Nach noch nicht einmal der Hälfte des Rennens war ein Nachdenken über das Weitermachen überflüssig…Aufgabe!

Weißkopf hielt sich mit Fasser an den Skienden wacker um den 15. Platz. In einer Kompression brach zwar auch Weißkopf der Schuh, er konnte den Sturz aber vermeiden und weiterfahren. Langsam dämmerte allen Teilnehmern, dass es aufzupassen war, die gewohnten Maßstäbe von Sicherheit und Streckenbau galten hier nicht. Am Ende der vorletzten Abfahrt, nur noch 10 Minuten von Ziel entfernt, schließlich der GAU: Weißkopf fährt in vollem Zug um eine Kurve, 2 Athleten „kleben“ an einem Baum, Weißkopf knallt auch noch drauf. Fasser kurz dahinter, kann zwar mit Müh und Not nioch den Zusammenprall verhindern, bricht aber den Ski vor der Bindung völlig ab. Während Weißkopf weiterfahren kann, ist für den fluchenden Fasser hier das Rennen zu Ende.

Martin Weißkopf brachte zwar mit 2:06:26 den 18. Platz ins Ziel, was in Anbetracht der Probleme eine Sensationsleistung ist. Der Ärger ist jedoch riesengroß, wie er am Telefon mitteilte: „Das war das brutalste, was ich je erlebt habe. Wenn ich mich umschaue, sehe ich viele Wunden, Blut und gebrochene Ausrüstung. So eine Strecke ist nicht weltcupwürdig, sondern ein Witz. Wir hatten alle Glück, und nicht schwer verletzt zu haben, das hätte auch anders ausgehen können. Auch ich habe am Rücken einige Hämatome, ich hoffe, dass ich das morgen nicht allzu sehr spüre.“
Das heutige Rennen für sich entscheiden konnte einmal mehr der Spanier Kilian Jornet in 1:57:09, gefolgt von Wiliam Bon Mardion (FRA) und Damiano Lenzi (ITA).

Die einzige Österreichische Dame heute auf der Strecke war die bei den Junioren startende Ina Forchthammer. Die Junioren wurden massiv von den Athleten der offenen Klasse behindert, die genau mit den Jungstars zusammentrafen. Für Forchthammer war das noch das negative Tüpfelchen auf dem i, das Rennen war verkorkst und zu lang für die 17-jährige. Mit einer Zeit von 2:14:45 Stunden beendete sie den Bewerb als letzte der 8 angetretenen Sportlerinnen.

Das Resümee des heutigen Rennens fällt nicht nur bei den Österreichern ernüchtert aus. Auch die ISMF-offiziellen sind mit der Leistung der Veranstalter nicht zufrieden, der technische Direktor Alexandre Pelissier droh sogar Konsequenzen für die kommende Saison an: „…solche Rennen brauchen wir nicht im Weltcup“.

Abhaken und vergessen.

Morgen geht’s nun zum 2. Bewerb des Wochenendes, dem Vertical. Aus heutiger Sicht werden alle Österreicher antreten, der Magen von Daniel Zugg scheint wieder eingerenkt zu sei, die Blessuren am Rücken von Martin Weisskopf werden hoffentlich bis morgen nicht noch einfahren und die gebrochenen Ausrüstungsteile haben sich unsere Burschen schon zusammengeliehen…was für ein Bewerb heute.

Moregn dann das Vertical! Daumen halten, dass das besser funktioniert.

Ach ja, Danke natürlich wie immer an unsere Fotografen, heute neu im Team Marco Kost.

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