Reglement

Die derzeitige Erstversion der ÖWO enthält vor allem für Verticals diverse Regelungen, welche einige Veranstalter nicht anwenden wollen bzw. können. Damit diese Wettkämpfe nun in der kommenden Saison nicht völlig regellos als „schwarze“ Rennen abgewickelt werden, wurde von SKIMO Austria in Zusammenarbeit mit der ÖSV-Regelkommission ein neues SKIMO-Basisreglement erstellt. Die darin enthaltenen Regeln werden dann ab der nächsten Saison 2016/17 (vorbehaltlich der Zustimmung der ÖSV-Länderkonferenz) voraussichtlich auch in der neuen ÖSV-ÖWO für Skibergsteigen eingearbeitet.

Die derzeitige „strenge“ ÖWO Skibergsteigen wird allen Veranstaltern empfohlen, verpflichtend anzuwenden ist sie bei allen Meisterschaften auf Landes- und Bundesebene.



1. ÖWO des ÖSV ab 2015/16

Der ÖSV stellt ab der Saison 2015/16 für offiziell genannte Rennen eine eigene Wettkampfordnung (ÖWO) inkl. Zusatzbestimmungen für das Wettkampf-Skibergsteigen zur Verfügung. Die aktuelle Version (1.9.2015) steht unten auf der Seite zum Download zur Verfügung.
Die Einhaltung der ÖWO des ÖSV ist für die Abhaltung von Staatsmeisterschaften und Landesmeisterschaften verpflichtend!

 



 

 2. SKIMO Austria Basisreglement Skibergsteigen

Für Skibergsteiger-Wettkämpfe in Österreich wird ein einheitliches Reglement dringend empfohlen, um für die Wettkämpfer Chancengleichheit und Fairness zu gewährleisten. Grundlage für alle Skibergsteiger-Wettkämpfe auf Ebene der national zuständigen Verbände ist das internationale Reglement der ISMF bzw. die nationalen Wettkampfordnungen, siehe Download unten auf der Seite.

Altersklassen:

  • Schüler (optional): 12 – 14 (2003-2005)
  • Cadets: 15-17 (2000-2002)
  • Junior: 18-20 (1997-1999)
  • Senior: 21-44 (1973-1996)
  • Masters: ab 45 (1972 und älter)

Die Jugendklassen und die Damen starten verpflichtend auf der kurzen Strecke. Bis zu 1200 HM (Individual/ Team) bzw. 800 HM (Vertical Race) kann der Ausrichter jedoch auch ein Start der Damen auf der langen Strecke ermöglichen, bzw. wenn die Streckenführung eine kürzere Runde nicht ermöglicht. Ebenso können in Ausnahmefällen bei Verticalrennen bis 800 HM alle Startklassen inkl. Jugend auf einer Strecke starten. Ab den angegebenen Höhenmetern ist ein Start der Frauen auf der Kurzstrecke verpflichtend.

Bei extremen Bedingungen oder schwierigen Rennbedingungen kann auf die Klasse Cadet verzichtet werden.

Die Klasse Schüler ist nicht Standard und wird auch bei Meisterschaften nicht gewertet. Sie kann optional geführt werden (mit schriftlicher Erklärung oder Anwesenheit der Eltern bei der Registrierung).

Als Ausrüstung ist verpflichtend für jeden Läufer mitzuführen:

  • Die Ausrüstung muss handelsüblich sein und darf nicht verändert werden.
  • Ski mit Metallkanten, Mindestlänge Herren 160cm, Damen 150cm
  • Skitourenbindung mit vertikaler und lateraler Auslösung; die Bindung muss Fersenfreiheit für den Aufstieg erlauben
  • Skitourenschuhe; Schuhe müssen mind. 2 Verschlusssysteme (z.B. Schnallen, Boa) haben, über den Knöchel reichen und eine Mindestprofiltiefe von 4mm aufweisen
  • Ein Paar Felle (müssen auch im Ziel vorhanden sein!): Die Felle müssen verpflichtend während der Abfahrtspassagen im Rucksack oder im Rennanzug verstaut werden.
  • Handschuhe, die die gesamte Hand bedecken (müssen die gesamte Renndauer getragen werden)
  • Bekleidung Oberkörper: drei Schichten, eine davon langärmlig (am Körper) und eine davon als Windstopper (am Körper oder im Rucksack) 
  • Bekleidung Unterkörper: Zwei lange Schichten, eine davon als Windstopper (im Körper oder im Rucksack) 
  • VS-Gerät (457 MHz), am Körper. Eingeschaltet!, ab der Saison 17/18 ist ein 3 Antennen-Gerät verpflichtend! ∗
  • Lawinenschaufel mit Stiel, mind. 0,04m² Blattgröße, Stiel mit L- oder T-Griff, mind. 50cm Länge 
  • Lawinensonde, mind. 2,4m lang; Durchmesser mind. 10mm 
  • Rettungsdecke, mind. 1,8m² groß 
  • Signalpfeife 
  • Sonnenbrille/ Skibrille 
  • Rucksack mit Möglichkeiten zur Skibefestigung 
  • Helmpflicht, Helme müssen der Norm EN12492 oder dern Norm UIAA 106 entsprechen ∗ (Radhelme sind nicht mehr zulässig)
  • Der Teilnehmer erhält zwei Startnummern. Eine Startnummer muss auf dem Oberschenkel rechts vorne angebracht werden, die zweite ist auf dem Rucksack zu befestigen.
  • Empfohlen: ein Mobiltelefon, um bei einem Unfall Hilfe anfordern zu können

Die Mit einem  gekennzeichneten Ausrüstungsteile können bei Verticalrennen vom Veranstalter weggelassen werden, sofern die Strecke und die Wetterbedingungen dies erlauben. Es ist dies jedoch ausdrücklich eine KANN Bestimmung und wird ausdrücklich auf die Verantwortung des Veranstalters für eine sichere Durchführung hingewiesen.

  • für Ober- und Unterkörper jeweils eine weitere Bekleidungsschicht
  • zwei Paar Handschuhe
  • zwei Paar Felle
  • eine 2. Brille
  • Sitzgurt gemäß UIAA Norm
  • Klettersteigset gemäß UIAA 153
  • Steigeisen nach UIAA 153 Norm (müssen bei Nicht-Benutzung Zacken gegen Zacken im Rucksack verstaut werden)
  • Seil mit einem mind. Durchmesser von 8mm, mind. Länge 30m, gemäß der Norm UIAA 101
  • Stirnlampe
  • Stirnband, Mütze oder Rennanzugkapuze
Die Vollständigkeit der Ausrüstung obliegt dem Teilnehmer. Eine Kontrolle des LVS-Gerätes wird unmittelbar vor dem Start durchgeführt. Die gesamte Ausrüstung wird direkt nach dem Zieleinlauf (zumindest stichprobenartig) kontrolliert. Fehlende oder mangelhafte Ausrüstung führt zu Zeitstrafen oder Disqualifikation. Es gilt der Zeitstrafenkatalog des ÖSV (siehe ÖWO). Der Veranstalter kann zusätzlich vor dem Start eine Überprüfung der gesamten Ausrüstung anbieten.

Streckenführung:

  • Die Strecke ist mit Schildern markiert. Richtungsangaben müssen befolgt werden.
  • Grüne Markierung/ Fahnen = Aufstieg, rote Markierung/ Fahnen = Abfahrt, Gelbe Markierung/ Fahnen: Tragepassage; Gelbe Schilder mit schwarzem Balken = Gefahr. Die Route nicht zu verlieren liegt in der Verantwortung des Teilnehmers
  • Sind Fixseile angebracht, muss in den Abschnitten des Seils immer mindestens ein Karabiner eingehängt sein. Dabei müssen Ski und Stöcke fix am Rucksack befestigt sein.
  • Die Rennleitung kann aufgrund von Witterungsverhältnissen oder aus anderen Gründen jederzeit das Rennen abbrechen. Den Streckenposten ist in diesem Falle unbedingt Folge zu leisten.

Fair Play:

  • Die Anwesenheit beim Athletenbriefing unmittelbar vor dem Start im Startbereich ist für alle Teilnehmer verpflichtend.
  • Die vorgeschriebenen Fell- und Fortbewegungswechsel müssen durchgeführt werden. Dazu sind ausschließlich die markierten Wechselzonen zu benutzen.
  • In Tragepassagen sind die Ski grundsätzlich am Rucksack zu befestigen. Ausnahmen werden beim Athletenbriefing bekannt gegeben.
  • Die Stöcke dürfen während der Wechsel nicht im Rucksack verstaut werden sondern müssen auf den Boden niedergelegt werden (Verletzungsgefahr anderer Teilnehmer!)
  • Felle müssen vor dem Verlassen der Wechselzone verpflichtend im Rucksack oder im Rennanzug verstaut werden.
  • Jeder Wettkämpfer muss auf Kommando „Spur“ diese für Überholende freimachen.
  • Jeder Wettkämpfer kann von der Jury aus dem Rennen genommen werden.
  • Zur Hilfeleistung gegenüber einer in Gefahr befindlichen Person ist jeder verpflichtet, falls nicht schon Hilfe geleistet wird.
  • Der Wettkämpfer darf Kontrollpunkte sofort verlassen, außer, ein Offizieller gibt andere Anweisungen.
  • Jegliche Unterstützung durch Außenstehende (Materialgabe, Taktvorgabe etc.) ist nicht erlaubt – außer im Notfall – hier ist der nächstgelegene Streckenposten zu informieren.
  • Jeder Teilnehmer ist verpflichtet, Ausscheiden oder Aufgabe zu melden. Er hat dafür zu sorgen, dass die Leitung über ihn informiert ist. Kosten einer fahrlässig ausgelösten Suche werden in Rechnung gestellt.
  • Bei allen Wettkämpfen in Österreich können Dopingkontrollen durchgeführt werden. Es gelten die gültigen Bestimmungen der NADA.

Teamwettkampf:

  • Zieleinlauf beider Teammitglieder mit maximal 10 Meter Abstand
  • Die Wechselzonen dürfen nur zeitgleich verlassen werden
  • gegenseitige Hilfe im Team erlaubt, jedoch keine Rucksackübergabe im Rennen (Sicherheitsausrüstung jederzeit am Körper); werden die Ski des Partners getragen, so müssen diese ebenfalls am Rucksack befestigt werden.

Disziplinarbestimmungen:

Die Wettkampfjury kann Zeitstrafen von bis zu fünf Minuten und in groben Fällen die Disqualifikation aussprechen (es gilt der Zeitstrafenkatalog der ISMF – siehe gültiges internationales Regelwerk):
  • Am Kontrollpunkt oder im Ziel fehlendes Material
  • Jegliche Unterstützung von Dritten (Ausnahme: Stockbruch; ein Ersatzstock kann nach Meldung beim nächsten Streckenposten angenommen werden)
  • Nichtbeachten der Richtungsmarkierung
  • Nichtbeachtung der Anweisungen der Streckenposten
  • Sportlich unfaires Verhalten
  • Schädigung der Natur und Umwelt / Zurücklassen von Müll auf der Strecke
  • Wenn ein Wettkämpfer den Kontrollpunkt/ Wechselzone nicht passiert, zu früh (Team) verlässt, u.a.
  • Einsprüche: in Schriftform mit Beschwerdegebühr von 30,- € bis 30min nach Aushang der offiziellen Ergebnisliste beim Rennleiter. Der Geldbetrag wird nicht zurückerstattet

 

Weiters ist eine Unfallversicherung in Form einer ÖSV Mitgliedschaft oder über eine SKIMO-Versicherung dringend empfohlen, sie gewährleistet die Kostendeckung einer Bergung nach einem Unfall.

Hier geht’s zu den näheren Infos über die Versicherungen bei Wettkämpfen im Skibergsteigen

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