Mehr Skitourengeher/innen – weniger Unfälle am Berg

Skitourengehen erlebt nun bereits seit einigen Jahren zurecht einen andauernden Aufschwung. Im Jahr 2020 haben die immer wiederkehrenden Lockdowns beträchtlich dazu beigetragen, dass sich die Zahl der Sportler/innen, die auf Tourenski den Berg erklimmen, weiter erhöht hat.  Der Jahresrückblick des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS) zeigt: Weniger Tote und mehr Verletzte am Berg.
Alpineinsatz Credit Alpinpolizei

Bilanz zeugt von guter Vorbereitung

Wie aus der vom ÖKAS in Zusammenarbeit mit der Alpinpolizei erstellten Alpinunfallstatistik für das Jahr 2020 hervorgeht, sind im Jahr 2020 261 Menschen in Österreichs Bergen ums Leben gekommen. Damit liegt die Zahl der Verunglückten deutlich unter dem Zehnjahresmittel von 290 Toten pro Jahr. Obwohl mehr Protagonisten in den verschneiten österreichischen Bergen unterwegs sind, hat sich die Zahl der Unfälle kaum erhöht und die Zahl der Verletzen ist sogar gesunken. Im Zeitraum der Ausgangssperren von März bis April 2020 verunfallen ca. 1.200 Personen weniger, als im langjährigen Mittel. Diese erfreuliche Bilanz ist wahrscheinlich auf bessere Ausbildung und weitreichende Kenntnisse von Hobbysportler/innen zurückzuführen. Auch eine angemessene Ausrüstung für Skibergsteiger trägt der verhältnismäßigen Verminderung von Unfällen bei. Wer sich gut informiert, ist sicherer unterwegs!

Sicherheit als oberstes Gebot

32% aller registrierten Notrufe kommen von unverletzten Personen, die sich in einer misslichen Lage befinden, weil sie mit den Gegebenheiten der Tour überfordert sind oder sich selbst überschätzt haben. Eine solide Tourenplanung durchzuführen und Eigenverantwortung zu übernehmen, spielt mehr denn je eine bedeutende Rolle. Durch die zusätzlichen Anforderungen der Covid-19 Pandemie sind wir ALLE gefordert, auch am Berg. Eine wirkungsvolle Aufklärungs- und Präventionsarbeit zur Ausübung des Bergsports beginnt am besten bereits im Kindes- und Jugendalter. Dies sollte nicht nur bei unseren Gästen aus dem Ausland stattfinden, sondern vor allem auch bei heimischen Bergsportler/innen. Kurse, Aus- und Fortbildungen bei alpinen Vereinen und Verbänden bieten hier vielzählige Möglichkeiten und können ein zielführender Ansatz sein.

„Sicherheit und Präventionsarbeit sind die Kernthemen des Kuratoriums. Das Jahr 2020 hat gezeigt, dass auch im Sicherheitsbereich Berg, die digitalen Kommunikationsmittel ein wichtiger Weg zur Aufklärung der breiten Öffentlichkeit darstellen. Oberstes Ziel des ÖKAS ist die Reduzierung der alpinen Unfallzahlen durch Aufklärung der Öffentlichkeit. Zielpublikum sind alle die am Berg unterwegs sind, Einheimische wie Gäste.“ erklärt Peter Paul, seit 2020 Präsident des ÖKAS.

Hiermit gilt der Appell an alle, sich ausreichend auf die Touren am Berg vorzubereiten. Fast alle Alpinen Vereine bieten vielseitige Kurse an, um Hobbysportler/innen wie auch erfahrene Berggeher/innen mit dem nötigen Wissen und Können auszustatten, um sicher den Berg hinauf und auch wieder hinunter zu kommen.

Im Anhang gibt es die vollständige Unfallbilanz 2020 und weitere Ergebnisse des ÖKAS zum Nachlesen:

 

Attachments

Partner

Projektsponsoren