Olympia Bormio – Mixed Relay: Das französische Power-Duo Harrop und Anselmet gewinnt historisches Mixed-Relay-Gold

Die olympische Premiere des Skibergsteigens erreichte am Samstag im Stelvio Ski Centre ihren packenden Höhepunkt, als Frankreichs Emily Harrop und Thibault Anselmet technische Brillanz mit purer Geschwindigkeit kombinierten und sich die erste Goldmedaille in der Mixed Relay bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina sicherten. Nach einer Woche, in der die Sportart bereits am Donnerstag mit den Einzel-Sprints weltweite Aufmerksamkeit erregte – bei denen die Schweizerin Marianne Fatton und der Spanier Oriol Cardona Coll zu den ersten Olympiasiegern gekrönt wurden – rückte dieses Finale den nationalen Teamgeist in den Mittelpunkt.

Für Harrop und Anselmet bedeutet Gold den zweiten Podestplatz bei diesen Spielen. Harrop, die im Sprint der Frauen Silber gewann, und Anselmet, Sprint-Bronzemedaillengewinner bei den Männern, erwiesen sich als perfekte Kombination und erzielten eine Gesamtzeit von 26:57,4 Minuten. Ihr Sieg war eine Lehrstunde in Rennkontrolle, auch wenn es angesichts des enormen Drucks der weltbesten Nationen im abwechselnden Vier-Runden-Format einige nervenaufreibende Momente gab.

Emily Harrop eröffnete das Rennen mit einem atemberaubenden Tempo und setzte bereits beim ersten Anstieg ein klares Zeichen für Frankreichs Ambitionen. Mit der Präzision einer mehrfachen Weltcup-Siegerin meisterte sie die technischen Wechsel und baute beim ersten Übergang einen Vorsprung von 3,3 Sekunden auf, der bis zur Staffelübergabe an Anselmet auf fast zehn Sekunden anwuchs. Während die Einzel-Olympiasieger vom Donnerstag – Fatton und Cardona Coll – für ihre Nationen in Schlagdistanz blieben, schien das französische Duo insbesondere bei den Wechseln noch einen zusätzlichen Gang zu finden – ein entscheidender Faktor an den steilen, verschneiten Hängen von Bormio.

In der Rennmitte starteten die Schweizer jedoch eine beeindruckende Aufholjagd. Marianne Fatton, frisch gekürte Olympiasiegerin, zeigte in ihrer zweiten Runde eine spektakuläre Leistung und verkürzte mit unerbittlicher Bergauf-Power den Rückstand. Ein kleiner Stolperer von Harrop während ihres zweiten Einsatzes ermöglichte es der Schweizerin, den Abstand beim letzten Wechsel auf nur noch 1,3 Sekunden zu reduzieren. Mit Gold plötzlich in der Schwebe musste Thibault Anselmet alles geben. Unter immensem Druck durch den Schweizer Jon Kistler zeigte Anselmet einen fehlerfreien letzten Anstieg und eine waghalsige Abfahrt und überquerte die Ziellinie mit fast zwölf Sekunden Vorsprung auf die Schweiz, die Silber gewann (+11,9).

Der Kampf um Bronze sorgte für das dramatischste Moment des Nachmittags. Spaniens Ana Alonso Rodriguez und Oriol Cardona Coll kamen als Dritte ins Ziel, nachdem Cardona eine extrem harte Schlussrunde absolviert hatte. Doch ihre Feier wurde zunächst unterbrochen, da die Kampfrichter eine mögliche Strafe überprüften: Rodriguez war bei ihrem letzten Wechsel außerhalb der Wechselzone getreten. Nach banger Wartezeit wurde eine Drei-Sekunden-Strafe verhängt, doch der Vorsprung der Spanier reichte aus, um auf dem Podest zu bleiben (+26,5). Für Spanien bedeutet diese Bronzemedaille einen historischen Meilenstein: Es ist die dritte Medaille dieser Spiele und die erfolgreichste Winterolympia-Bilanz des Landes überhaupt – ein Beweis für die Dominanz von Cardona Coll und die enorme Widerstandsfähigkeit von Rodriguez.

Ein starkes Zeichen setzten auch die Viertplatzierten. Das Team USA mit Anna Gibson und Cameron Smith zeigte eine beeindruckende Leistung und verpasste die Medaillenränge nur knapp (+39,1). Ihr vierter Platz vor mehreren traditionellen europäischen Spitzen­nationen unterstreicht das enorme Wachstum des amerikanischen Programms und etabliert es dauerhaft in der internationalen Spitze. Ihre Konkurrenzfähigkeit auf der legendären Stelvio-Piste lässt auf eine vielversprechende Zukunft für das Skibergsteigen mit weiter wachsender globaler Bedeutung schließen.

Die italienischen Lokalmatadoren Giulia Murada und Michele Boscacci belegten nach hartem Kampf vor heimischem Publikum Rang fünf (+51,7). Das österreichische Team mit Johanna Hiemer und Paul Verbnjak erreichte Platz sechs. Ihnen folgten die Deutschen Tatjana Paller und Finn Hösch (+1:42,04) sowie das chinesische Duo Yuzhen Cidan und Bu Luer (+2:24,22), die über alle vier Runden hinweg eine bemerkenswerte technische Konstanz zeigten.

Das polnische Paar Iwona Januszyz und Jan Elantkowski belegte einen starken neunten Platz, gefolgt von Norwegens Ida Waldal und Hans-Inge Klette auf Rang zehn. Dahinter kam das slowakische Team Marianna Jagerčíková und Jakub Šiarnik auf Platz elf ins Ziel. Das australische Duo Lara Hamilton und Phillip Bellingham komplettierte das Feld, sodass alle zwölf gestarteten Nationen dieses historische olympische Kapitel erfolgreich abschlossen.

Als die Sonne über den Bergen von Bormio unterging, war das erfolgreiche olympische Debüt des Skibergsteigens perfekt. Vom individuellen Triumph von Fatton und Cardona Coll am Donnerstag bis zum französischen Staffelsieg am Samstag bot die Sportart gleichermaßen Spitzenleistungen und hochdramatische Wettkämpfe. Für Emily Harrop und Thibault Anselmet endet Italien nicht nur mit zwei Medaillen – sie gehen auch als erste Staffel-Olympiasieger der Geschichte unter den fünf Ringen in die Annalen ein.

ergebnis mixed relay 2122026
ergebnis mixed relay 2122026

Text und Bilder: ISMF Medienservice



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