Marmotta Trophy: Cardona Coll und Harrop dominieren beim Sprint-Rennen in Val Martello
Der zweite Wettkampftag – und zugleich der letzte – in Val Martello stand nach der gestrigen Mixed Relay ganz im Zeichen des Sprint-Rennens. Insgesamt 75 Athletinnen und Athleten aus 15 Nationen gingen an den Start, darunter 29 Frauen und 46 Männer, was ein vielfältiges internationales Teilnehmerfeld widerspiegelte.
Wir erwachten mit 6 cm Neuschnee auf der Strecke, was bedeutete, dass die Helfer und das Technikteam früh mit der Präparierung des Kurses beginnen mussten. Mit dem Sonnenaufgang präsentierte sich die Landschaft im Biathlonzentrum in einer absolut beeindruckenden Kulisse.
Die Strecke ähnelte dem zweiten Anstieg der Mixed Relay. Der erste Abschnitt war flach, gefolgt von einer Kurve nach etwa 70 Metern, wo der Kampf um die beste Linie begann, um möglichst direkt und kurz auf die Brücke zu gelangen. Es folgte ein etwa 200 Meter langer Anstieg mit rund 30 Grad Steigung, der in den ersten Diagonalabschnitt überging. Danach kam ein kurzer, aber steiler Trageabschnitt mit etwa 15 Höhenmetern, der in engen Zickzack-Passagen endete.
Anschließend wartete eine kurvenreiche Abfahrt mit einem kleinen Sprung, bevor die Athleten im Skatingstil ins Ziel liefen.
Am Rennen nahmen Sportlerinnen und Sportler aus Andorra, Österreich, Tschechien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien, Japan, den Niederlanden, Polen, der Schweiz, der Slowakei, Schweden und der Ukraine teil – ein Beleg sowohl für etablierte Skibergsteiger-Nationen als auch für aufstrebende Teams auf internationaler Ebene.
Ergebnisse – Sprint Frauen, Val Martello
Im Frauenrennen lieferten sich die sechs Finalistinnen ein äußerst enges und spannendes Rennen mit knappen Zeiten in allen Runden.
Zu den Favoritinnen gehörten Ana Alonso Rodríguez, die nach der olympischen Phase zurückkehrte, Margot Ravinel sowie Emily Harrop, die mit viel Selbstvertrauen antrat, nachdem sie nur eine Woche zuvor die Langdistanz-Weltmeisterschaft beim Pierra Menta gewonnen hatte. Auch Giulia Murada, die auf heimischem Schnee antrat, ging hochmotiviert an den Start, nachdem sie bei den Europameisterschaften in Aserbaidschan stark performt hatte.
Das Finale begann in hohem Tempo, mit einem intensiven Kampf um die Führung von Beginn an. Emily Harrop setzte früh eine entscheidende Attacke, wählte eine äußere Linie und übernahm sofort die Spitze. Dicht dahinter folgte Giulia Murada, die auf heimischem Terrain nichts herschenken wollte, gefolgt von Margot Ravinel, die erneut ihre starke Saisonform zeigte.
Harrop konnte ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauen, während sich dahinter ein spannender Kampf um Platz zwei entwickelte. Murada und Ravinel lieferten sich ein hartes Duell, doch Murada setzte vor dem letzten Wechsel einen entscheidenden Angriff und konnte so mit mehr Geschwindigkeit in die Abfahrt gehen.
Knapp dahinter kämpfte Célia Perillat-Pessey wie gewohnt bis zum Schluss. In einem engen Finish verpasste sie das Podium nur um wenige Zentimeter und konnte Ravinel auf der Ziellinie nicht mehr überholen. Sie belegte letztlich einen starken 4. Platz.
Murada sicherte sich Rang zwei, während Ravinel als Dritte ins Ziel kam und damit ihre Konstanz bestätigte.
🥇 Emily Harrop (FRA) – 3:21,5
🥈 Giulia Murada (ITA) – 3:29,3 (+7,8)
🥉 Margot Ravinel (FRA) – 3:33,9 (+12,4)
4. Célia Perillat-Pessey (FRA) – 3:34,0 (+12,5)
5. Tatjana Paller (GER) – 3:38,4 (+16,9)
Ergebnisse – Sprint Männer, Val Martello
Bei den Männern gab es die erste Überraschung des Tages durch Jon Kistler, der sich nicht für die Heats qualifizieren konnte. Die Halbfinals waren äußerst umkämpft, da nur wenige Startplätze für das Finale zur Verfügung standen.
Im Finale machte Oriol Cardona Coll von Beginn an seine Ambitionen deutlich. Der Positionskampf in die erste Kurve war intensiv, und obwohl er ein kleines Problem hatte, blieb er ruhig und ging kein unnötiges Risiko ein.
Noch vor dem ersten Diagonalabschnitt setzte Cardona Coll seine entscheidende Attacke und übernahm die Führung. Ihm folgten Nikita Filippov und Arno Lietha, die beide ein hohes Tempo hielten.
Mit konstantem Rhythmus erreichte Cardona Coll den Trageabschnitt in Kontrolle und konnte seinen Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter lieferten sich Filippov und Lietha ein hartes Duell um Platz zwei.
Beim letzten Wechsel vor dem finalen Anstieg zeigte Cardona Coll eine schnelle und effiziente Ausführung und sicherte sich damit endgültig den Sieg. Dahinter bewältigte Lietha die Abfahrt sehr gut und belegte Rang zwei, während Filippov knapp dahinter Dritter wurde.
🥇 Oriol Cardona Coll (ESP) – 2:56,8
🥈 Arno Lietha (SUI) – 2:58,9 (+2,1)
🥉 Nikita Filippov (AIN) – 3:02,2 (+5,4)
4. Loïc Dubois (SUI) – 3:05,1 (+8,3)
5. Luca Tomasoni (ITA) – 3:05,7 (+8,9)
Nächster Halt: Puy-Saint-Vincent – Senioren-Weltcup & Jugend-Weltmeisterschaften
Die Rennserie zieht nun weiter nach Puy-Saint-Vincent zur nächsten Station. Dort stehen ein Senioren-Weltcup mit Individual-, Vertical- und Sprint-Rennen sowie die Jugend-Weltmeisterschaften in allen Disziplinen auf dem Programm. Erwartet werden mehr als 25 Nationen und rund 300 Athletinnen und Athleten – eine spannende und hochklassige Wettkampfwoche ist garantiert.
In nur zwei Tagen geht es bereits weiter.
Hier geht es zu den Ergebnissen vom Sprint im Martelltal
Text & Bilder: ISMF Medienservice






























