{"id":7571,"date":"2017-12-05T14:52:01","date_gmt":"2017-12-05T12:52:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.skimo.at\/sportler\/?p=7571"},"modified":"2017-12-05T14:53:32","modified_gmt":"2017-12-05T12:53:32","slug":"die-schweizer-grenzwache-streicht-das-skibergsteigen-ab-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.skimo.at\/sportler\/7571\/die-schweizer-grenzwache-streicht-das-skibergsteigen-ab-2019\/","title":{"rendered":"Die Schweizer Grenzwache streicht das Skibergsteigen ab 2019"},"content":{"rendered":"<p>Ein schwarzer Saisonbeginn f\u00fcr die Schweizer Nationalmannschaft im Skibergsteigen. Ab 2019 unterst\u00fctzt der Schweizer Grenzwachtkorps (GWK) die Sportart Skibergsteigen nicht mehr l\u00e4nger, f\u00fcnf Athleten verlieren damit ihre Anstellung als Vollprofis. Der Grund: Die Sportart ist nicht olympisch.\u00a0Weiters sieht sich das GWK aufgrund der aktuellen sicherheitstechnischen Entwicklungen mit massiven Sparma\u00dfnahmen konfrontiert.<!--more-->Bereits am 7. November wurde den Athleten vom SAC Swiss Team die Entscheidung telefonisch mitgeteilt, man hat die Mannschaft noch vor Saisonbeginn damit unerwartet vor den Kopf gesto\u00dfen. Eine schriftliche Best\u00e4tigung folgte erst am 28. November. Nachdem f\u00fcr die Sportart Skibergsteigen die Aufnahme in das olympische Programm noch immer ausst\u00e4ndig ist, war es f\u00fcr die Entscheidungstr\u00e4ger in der daf\u00fcr zust\u00e4ndigen Abteilung ein Leichtes, im Zuge der Sparma\u00dfnahmen diesen Schritt bei einer nicht-olympischen Sportart durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Neben Italien, Frankreich und Spanien war die Schweiz bislang stets ein Vorreiter in der Professionalisierung des Wettkampf-Skibergsteigens. Die Erfolge der kleinen Alpenrepublik und des auch dementsprechend kleinen Nationalteams im Vergleich zu den anderen Nationen konnten sich in den letzten Jahren sehen lassen. Ein Grund waren die professionellen Rahmenbedingungen f\u00fcr die Athleten durch die Anstellung beim Schweizer Grenzwachtkorps (GWK) als Vollprofis, die sich damit ganz dem Wettkampfsport widmen konnten.<\/p>\n<p>Bereits 2009 \u2013 zu einer Zeit als sich in \u00d6sterreich der Verband ASKIMO noch beim Ansuchen um eine BSO-Anerkennung die Z\u00e4hne ausbiss\u00a0 \u2013 war das Skibergsteigen im Dachverband Swiss Olympic schon in der F\u00f6rderstufe 3 zu finden, gleich gestellt mit Sportarten wie Biathlon, Karate oder Pferdesport.<\/p>\n<h2>\u201eArbeitslose\u201c Weltmeister<\/h2>\n<p>Konkret betrifft die Streichung der Pl\u00e4tze die f\u00fcnf Sportler Jennifer Fiechter, Martin Anthamatten, Yannick Ecoeur, Andreas Steindl und Iwan Arnold. Athleten, die man in der Skibergsteiger-Szene aus den internationalen Ergebnislisten von ganz vorne kennt und die der Schweiz schon so manchen Weltmeistertitel beschert haben. 19 Medaillen holte sich die Schweizer Nationalmannschaft bei der vergangenen WM 2017 insgesamt, davon mehrere Goldene. Iwan Arnold erreichte Gold im Sprint, sowie gemeinsam mit Yannick Ecoeur und Andreas Steindl Staffel-Gold. Bei Martin Anthamatten und Yannick Ecoeur handelt es sich um die Streckenrekordhalter der Patrouille des Glacier 2010, dem wohl prestigetr\u00e4chtigsten und schwierigsten Rennen der Wettkampf-Szene im Skibergsteigen. Ob die Erfolge der Schweizer Athleten in diesem Stil weiter gehen k\u00f6nnen, ist nun nat\u00fcrlich fraglich.<\/p>\n<h2>Amateursport nicht mehr m\u00f6glich<\/h2>\n<p>Im internationalen Vergleich ist eine Mehrheit der Athleten inzwischen vollprofessionell unterwegs. Als Amateursportler schafft man es inzwischen nicht mehr, mit der Spitze mitzuhalten, der umfangreiche Trainingsaufwand von rund 1000 Trainingsstunden pro Jahr ist kaum realisierbar.\u00a0 Jennifer Fiechter, Martin Anthamatten, Yannick Ecoeur, Andreas Steindl und Iwan Arnold bedauern den Entscheid des GWK zutiefst. Seit mehreren Jahren sind sie alle beim GWK angestellt und konnten von den gro\u00dfz\u00fcgigen, an den Spitzensport angepassten, Arbeitsbedingungen profitieren. Denn f\u00fcr Trainingszwecke und w\u00e4hrend der Wettkampfsaison wurden sie jeweils freigestellt.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch bin der Grenzwacht sehr dankbar f\u00fcr die Unterst\u00fctzung w\u00e4hrend den letzten Jahren, mit der ich es bis an die Weltspitze geschafft habe. Denn in einer Kariere gibt es immer H\u00f6hen und Tiefen. Tiefen, die man ohne finanzielle Sicherheit oftmals nicht \u00fcberwinden kann. Es ist sehr schade, dass sich die Grenzwache gegen unseren Sport entschieden hat. Es h\u00e4tte sicher noch andere M\u00f6glichkeiten gegeben, die f\u00fcr beide Seiten verkraftbar gewesen w\u00e4ren\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00e4u\u00dfert sich Doppelweltmeister Iwan Arnold.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Nachricht hat uns wie ein Schlag getroffen und wird bestimmt Auswirkungen auf zuk\u00fcnftige Erfolge der Nationalmannschaft haben,\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>meint auch Bernhard Hug, Disziplinen-Chef Leistungssport SAC Swiss Ski Mountaineering.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie GWK-Athleten haben in der Vergangenheit an Europa- und Weltmeisterschaften immer f\u00fcr mindestens zwei Medaillen gesorgt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h2>Olympia 2026: \u201eja\u201c oder \u201enein\u201c?<\/h2>\n<p>Der Schweizer Alpen-Club SAC wird in den n\u00e4chsten Monaten mit seinen Partnern und dem Dachverband Swiss Olympic die neue Situation analysieren. Dabei hofft der SAC, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Denn im Marz 2018 wird entschieden, ob die Sportart bei den Olympischen Spielen 2026 ins Programm aufgenommen wird. Sollte dem der Fall sein, h\u00e4tte der SAC eine gute Verhandlungsgrundlage, wenn es zu einem Kl\u00e4rungsgespr\u00e4ch mit den Entscheidungstr\u00e4gern des GWK kommt.<\/p>\n<p>Eine Aufnahme ins olympische Programm h\u00e4ngt jedoch von mehreren Faktoren ab \u2013 vorrangig einmal davon, an welchem Austragungsort die Spiele 2026 \u00fcberhaupt vergeben werden und wie stark der Gegenwind der FIS bis dahin weht. Bislang hoffte die ISMF noch immer auf die ersten Olympischen Bewerbe in Peking 2022. Aktuell gibt es jedoch aus Insiderkreisen deutliche Zeichen, dass die Aufnahme ins olympische Programm 2022 definitiv gestorben sei. F\u00fcr die Sportart Skibergsteigen w\u00fcrden damit noch weitere acht nicht-olympische Jahre bevor stehen \u2013 und auch die Situation f\u00fcr 2026 bleibt ungewiss, vor allem wenn die Spiele erneut au\u00dferhalb Europas ausgetragen werden sollten.<\/p>\n<h2>Das Ende einer \u00c4ra \u2013 mit internationalen Auswirkungen?<\/h2>\n<p>Der SAC ist sich bewusst, dass er dem GWK f\u00fcr die langj\u00e4hrige und gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fctzung zu gro\u00dfem Dank verpflichtet ist. Auch wenn diese \u00c4ra jetzt zu Ende gehen sollte, hat die vom GWK erm\u00f6glichte Freistellung von Spitzensportlern geholfen, Ressourcen f\u00fcr die Nachwuchsf\u00f6rderung frei zu machen und die Sportart zu entwickeln.<\/p>\n<p>Abzuwarten bleiben die Konsequenzen f\u00fcr die anderen L\u00e4nder. Wird der Schritt in der Schweiz ein Vorbild f\u00fcr andere Nationen aufgrund der vagen Prognosen in Richtung Olympia sein? Die Weiterentwicklung des Spitzensports im Skibergsteigen ist aktuell auf jeden Fall alles andere als gewiss\u2026<\/p>\n<p>Alles Bilder: ISMF Presseb\u00fcro von der f\u00fcr die Schweiz so erfolgreichen WM 2017.<\/p>\n<p>Weitere Infos und Originaltext unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.sac-cas.ch\/competition\/swiss-ski-mountaineering\/news-swiss-ski-mountaineering\/actualite-ski-alpinisme-detail.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=6773328&amp;cHash=6b373987a82ca9c866fab6c42506a3e3\" target=\"_blank\">www.sac-cas.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein schwarzer Saisonbeginn f\u00fcr die Schweizer Nationalmannschaft im Skibergsteigen. Ab 2019 unterst\u00fctzt der Schweizer Grenzwachtkorps (GWK) die Sportart Skibergsteigen nicht mehr l\u00e4nger, f\u00fcnf Athleten verlieren damit ihre Anstellung als Vollprofis. 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