Projekt Hoch Tirol – Philipp Reiter und François D’haene schaffen 90km und 9.200 Höhenmeter in einem Zug

Von Kasern in Südtirol über die Gipfel des Venedigergebietes bis zum Großglockner - die Skiroute Hoch-Tirol wird in vielen Führern mit 6 Tagesrouten beschrieben. Einem war das aber nicht schnell genug. Der Bad Reichenhaller Philipp Reiter wollte es wissen und plante die Tour in nur einem Tag. Gemeinsam mit François D'haene wurden 90km und 9.200 Höhenmeter in nur 27 Stunden zurückgelegt - was für eine Leistung!
Credit.MartinaValmassoi. DSC1899HochTyrolDay3
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Die Skiroute Hoch-Tirol ist eine Ski-Hochgebirgs-Durchquerung in den Ostalpen mit Start in Kasern in Südtirol. Sie führt durch die faszinierende Gipfel- und Gletscherlandschaft des Venedigergebietes bis zum Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs. Diese 6-tägige Tour verlangt einiges an Konditionsstärke, belohnt jedoch mit sechs Gipfel über 3.000 Höhenmeter. Wunderwuzzi Philipp Reiter wollte sich die Route in einem Zug zu Gemüte führen. François D’haene war von Beginn an begeistert und sofort mit dabei. Das gesamte Team umfasste knapp 10 Leute – abschnittsweise waren mal mehr und mal weniger Leute als Support an ihrer Seite.

Hier die Aufstellung der Gipfel aus dem Tourenführer Osttirol:

Hochtirol Gipfel Tourenführer Osttirol

Hochtirol Gipfel aus dem Tourenführer Osttirol

Die Idee kam beim „Langen Weg“

Vor zwei Jahren bestritt Philipp Reiter bereits die Tour „Der lange Weg“, wo er bei der Hochtirol schon vorbei gekommen ist und Teile davon mitgegangen ist. Da war das Interesse natürlich sofort geweckt und die Planung stand in den Startlöchern.

„Haute Route ist ein stehender Begriff und das können nicht nur die Franzosen, das können auch wir!“

Konkretisiert haben sich die Pläne zwischen vergangenem Herbst und Winter. Das aufwändige dabei ist klarer Weise nicht nur das Zusammensuchen der Route und die Organisation der Unterkünfte für die gesamte Crew, sondern auch das abpassen der richtigen Wetterverhältnisse und Bedingungen. Diese sind ausschlaggebend für das Stattfinden solch einer Tour.

 

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(c) Martina Valmassoi

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(c) Martina Valmassoi

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(c) Martina Valmassoi

Allein, dass es diese Route über die höchsten Gipfel Österreichs gibt, war für Philipp Motivation genug. Zudem kam natürlich auch noch die Neugierde und der Reiz, auszuprobieren, ob man die 6 tägige Tour auch in einem Stück bewältigen kann. Und man kann:

Die Umsetzung

Live GPS Tracking

Live GPS Tracking

Am 24. Februar war es dann soweit, kurz nach 9 Uhr morgens startete die Crew in Kasern mit ihrem Vorhaben. Vor ihnen lagen viele Kilometer und vor allem reichlich Höhenmeter. Bereits nach 3 Stunden erreichten sie das Reggentörl auf knapp über 3.000 Höhenmeter. Laut Führer wäre das Tagesetappe Nr. 1. Doch für Philipp und François ging es natürlich gleich weiter in Richtung Großer Geiger (3.360 HM). Diesen erreichten sie gegen 16 Uhr, am Großvenediger (3. 674 HM) standen die beiden dann bereits gegen 19:30 Uhr. Die Luftlinie zwischen den beiden Gipfeln ist nicht gerade lange, der Weg führt jedoch „mit der Kirche um’s Kreuz“, wie man auf den GPS-Daten schön sehen kann. Von nun an ist die Crew ohne Tageslicht am Weg.

„Das schöne an der Route ist, man muss wirklich nur einmal eine Straße überqueren beim Matreier Tauernhaus. Sonst ist man nur in den Bergen unterwegs.“

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(c) Philipp Reiter

Die nächste Station – das Matreier Tauernhaus – direkt an der Grenze zwischen Tirol und Salzburg, passierten die beiden gegen 23 Uhr. Hier mussten sie ein einziges Mal auf der ganzen Route eine Straße überqueren. Vorbei am Stubacher Sonnblick (2:20 Uhr nachts) ging es zum Weißsee/Rudolfshütte. Diesen Punkt erreichten sie um ca. 3 Uhr.  Ab hier wurde die Route nicht nach den Empfehlungen der Führer weitergeführt – hier fahren die meisten von der Rudolfshütte durch das Dorferertal mit den Skiern ab nach Kals und lassen sich mit dem Taxi zum Lucknerhaus bringen. Das war für die beiden Alpinisten natürlich keine Option und so starteten sie den direkten Weg auf den Großglockner, der auch 3-4 Grad Kletterpassagen beinhält. Das erklärt auch die verkürzte Kilometer-Anzahl. Gegen die Mittagszeit und nach 27 Stunden (und ein bisschen) erreichten die beiden mit ihrem Support Team dann den König Großglockner.

 

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(c) Daniel Keppler

Hoch Tirol Daniel Keppler 21

Hoch Tirol Daniel Keppler 21

Für die beiden – Philipp und François – war ihr „Hoch Tirol“ ein voller Erfolg, die Bedingungen waren in Ordnung, auch wenn nicht immer strahlend blauer Himmel und Sonnenschein mit auf Tour war. Was bleibt sind mit dem Erfolg, die ganze Route in einem Stück absolviert zu haben, viele Erinnerungen, tolle Impressionen und Emotionen. Viel Vergnügen beim Durchklicken der wirklich tollen Bilder.


Photocredits: Martina Valmassoi, Philipp Reiter, Harald Wisthaler, Nicolas Holtzmeyer, Daniel Keppler

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