Interview: Rebecca Vernon über ihre Rolle in der ISMF

Heute führten wir ein Interview mit der ISMF Sportdirektorin: Rebecca Vernon spricht über ihre Rolle in der ISMF.
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Rebecca Vernon landete auf Grund ihrer Liebe zu Schnee und Bergen in Italien und arbeitete vorher im Bereich internationalen Managements von Projekten und NGOs. Nachdem sie eigentlich bei einem lokalen Rennen, dem Scialpinistica  Lagorai Cima d’Asta, auf freiwilliger Basis arbeitete, wurde sie mehr und mehr in die internationale Skimo-Szene eingebunden und genießt nun die Herausforderungen der Organisation von internationalen Rennen und Allem, was dies mit sich bringt.

Wie lange bist du schon ISMF Sportdirektor? Und wie hat sich der Job über die Jahre verändert? Vor ein paar Jahren hatte die ISMF kein richtiges Sport-Department, oder es gab zumindest keinen Direktor, nur eine politische Rolle, die des Vizepräsidenten für Sport. Das ist eine Rolle, die ich nur für ein paar wenige Saisonen übernahm, beginnend im Jahr 2012, aber es war klar, dass es viel Arbeit gab und dass eine praktische Position benötigt wurde.

Welche sind die Hauptangelegenheiten, die du berücksichtigen musst und inwiefern ist deine Rolle anders als in anderen Wintersportarten wie im alpinen Skisport? In meiner Rolle muss ich Alles berücksichtigen! Von Politik über Diplomatie, hin zu Schneebedingungen, Logistik und Medienarbeit. Die ISMF ist eine kleinere Organisation als die FIS, also kann man sie wahrscheinlich als mehr praxisorientiert bezeichnen, da das Team überschaubarer ist.

Individual, Vertical und Sprint: Was ist aus deiner Sicht am Schwierigsten bezüglich der Beurteilung in allen drei Disziplinen? Viele Athleten nehmen an allen drei Disziplinen teil.  Aber nun, da der Sport reift, gibt es auch Athleten die tendenziell in einer Disziplin besser sind als in einer Anderen und es gibt wirklich Athleten, die anfangen sich zu spezialisieren. Die Individual und Team-Events sind oft eher schwierig, zumindest aus Sichtweise der Schiedsrichter. Der Sprint hingegen, ist komplizierter als er vielleicht aussieht, bezüglich der Kreation einer passenden Strecke und das Rennen ist dann auch noch sehr schnell. Das Vertical beinhaltet keine Abfahrt, also ist es insgesamt ein ganz anderes Kapitel.

Gibt es irgendwelche kuriosen, lustigen oder schwerwiegenden Erinnerungen, die du mit uns teilen möchtest?  Es war sehr wichtig für mich, dass ich im Jahr 2013 gemeinsam mit den asiatischen Federationen zum High Altitude Skimo Camp in China eingeladen wurde, wo sich mir eine ganz neue Welt eröffnete. Jedes Rennen hatte aber etwas, das mich irgendwie erheiterte, das mich zum Lachen brachte, das mir aber auch den letzten Nerv kostete.

Was magst du an deinem Job am meisten? Er beinhaltet eine Menge Abwechslung, also ist er inherent schon interessant, von der Planung zur Durchführung. Die Möglichkeit, mit anderen Menschen aus verschiedenen Kulturen zu interagieren und Ideen über die Entwicklung des Sports auszutauschen ist toll.

Was kann in Zukunft noch verbessert warden? Es gibt viele Menschen, die im Skimo-Bereich hart arbeiten, um den Sport nach Vorne zu bringen, von Freiwilligen bis zu Federationen, brauchen wir alle mehr Zeit und Ressourcen. Es wäre toll, mehr Abdeckung im Bereich Medien zu bekommen.

Nachdem das IOC nun das Skibergsteigen anerkannt hat, was heißt das für deinen Traum von einem olympischen Debut? Ich bevorzuge es, mich auf konkrete Maßnahmen zu konzentrieren, die wir gerade durchzuführen versuchen, um die Olympischen Spiele zu erreichen, denn es gibt noch viel zu tun. Der Traum sitzt erst mal in meiner Tasche.

Welche Stellung hat Skibergsteigen in deinem Heimatland? Werden wir jemals in Großbritannien ein Rennen gehen? Da ich im Südosten Englands aufwuchs, fand das nicht unbedingt in Mitten von Bergen statt. Die ersten richtigen Berge, die ich im realen Leben sahr, waren in der Schweiz und Deutschland im Alter von ca. 6 Jahren, als ich dort auf Urlaub war. Seit diesem Moment habe ich es immer geliebt, Berge kennenzulernen und auszuschöpfen, was sie zu bieten haben. Ich liebe Schnee, vielleicht weil es immer noch einzigartig ist, wenn du nicht mit Schnee aufwächst. Das ganze weiße Zeug erscheint dann jeden Winter erneut wie Magie, wenn es vom Himmel fällt. Über die letzten 3-4 Jahre interessierten sich die Briten mehr und mehr fürs Skibergsteigen, zu Hause und in Europa. Es gibt eine Skimo-Verbindung in Schottland, die nun sehr gut läuft – also kann man nicht fragen, ob es im UK jemals ein Rennen geben wird. Schaut mal auf deren Website www.skimoscotland.co.uk vorbei!

Welche Berge magst du am liebsten? Die Berge, die nahe an meinen Zuhause liegen, sind immer meine Favoriten, die Lagorai in Trentino! Aber es ist immer interessant und spannend, andere Berge zu sehen, wie die Qillian Shan in China oder das schottische Hochland. Ich würde gerne Karakorum und andere Gebirgszüge in Zentralasien besuchen.

Text: ISMF press office, federal_press@ismf-ski.org

Übersetzung: Bettina Nussbaumer

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