Sebastian Haag ist gestern unter einer Lawine auf der Sisha Pangma gestorben.

Sebastian-Haag _ Bild Dynafit

Sehr traurige Nachrichten erreichten uns heute nachmittag. Der 36jährige bekannte Münchner Skibergsteiger Sebastian „Basti“ Haag ist gestern offenbar zusammen mit dem Italiener Andrea Zambaldi (32) während der DYNAFIT Expedition „Double8“ unter einer Lawine an der Sisha Pangma gestorben. In der Skibergsteiger-Szene ist Basti vor allem durch seine früheren Aktivitäten rund um den Deutschen Rennlauf und seine Speed-Expeditionen bekannt, die er vorrangig mit seinem Freund Benedikt Böhm unternommen hat.

Unser Mitgefühl gilt der Familie des sympathischen und immer freundlichen Bergsteigers, die bereits Basti’s Bruder nach einem Wächtenbruch am Mont Blanc verloren hatte.

 

Nachfolgend die offizielle Pressemeldung von DYNAFIT:

Lawinenunglück am Shisha Pangma

Bei der Expedition am Shisha Pangma (8.013m) hat sich am Morgen des 24. September 2014 ein Lawinenunglück ereignet. Das Expeditionsteam um Benedikt Böhm, Sebastian Haag und Andrea Zambaldi war im Aufstieg zum Gipfel als sich der Unfall ereignete. Die Teammitglieder Sebastian Haag und Andrea Zambaldi fielen der Lawine zum Opfer.

Unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien und Freunden der verstorbenen Teammitglieder.

Sobald wir weitere Information haben, werden wir diese kommunizieren.

Wir haben folgendes Statement von Benedikt Böhm aus dem Basecamp erhalten:

Am Nachmittag des 23.09.2014 um 16.30 starteten Benedikt Boehm (37) und Ueli Steck (38) vom Basecamp (5.600m)  aus die Speed Begehung auf den Shisha Pangma 8013m. Ihr Plan war, am Morgen des 24.9.2014, gemeinsam mit den Teammitgliedern Sebastian Haag (36), der von Camp 1 (6.300m) aus startete und Martin Maier (40) und Andrea Zambaldi (32), die beide von Camp 2  aus starteten (6.800m), den Gipfel zu erreichen.

Wie geplant haben sie Haag um 20:00 am Camp 1 getroffen und sind zusammen weitergegangen. Zur selben Zeit sind Maier und Zambaldi am Camp 2 (6.800m) in Richtung Gipfel gestartet. Die fünf Bergsteiger sind um 01:00 am 24.09.2014 unterhalb von Camp 3, auf circa 7.100 m, zusammengetroffen und haben Lager 3 um 02:00 erreicht.

Als erste Bergsteiger über Camp 2 hat das Team kontinuierlich Spurarbeit leisten müssen. Um 6:50 befand sich das Team ca. 100 HöheHöhenmeter unterhalb des Gipfels. Die Zuversicht und Motivation waren hoch, da das Team gut zusammenarbeitete und sich zusammen vorwärts nach oben bewegte. Das Team war sicher um 08:00 den Gipfel zu erreichen.

Um 06:55 (Nepalesische Zeit) wurden Haag, Zambaldi und Maier auf 7.900m, knapp 100 m unterhalb des Gipfels,  von einer Lawine erfasst. Sie wurden ca. 600 Höhenmeter über steile Gletscher und in einen anderen Bereich des Hanges nach unten gerissen.

Boehm und Steck haben umgehend das Basecamp um Hilfe und Unterstützung gebeten, während sie auf der Aufstiegsroute in Richtung Camp 3 abgestiegen sind, um die Lawinenzone zu durchqueren und nach den drei Bergsteigern zu suchen. Über vier Stunden lang haben sie versucht von verschiedenen Seiten in die Lawinenzone zu gelangen, aber sie mussten schließlich umkehren, da der Zustieg nicht möglich war.    

Am Morgen des 25.09.2014 konnte Maier, der selbständig Camp 3 erreicht hat, von einem Sherpa Rettungsteam bei Bewusstsein in Empfang genommen werden und ist auf dem Weg ins Basecamp. Haag und Zambaldi sind von der Lawine verschüttet und konnten nicht gefunden werden.“

 

An dieser Stelle stand bis soeben ein persönliches Statement von mir zur Sache Höhenbergsteigen. Nachdem es aber zu Zeit vor allem um die persönlichen Gefühle der Hinterbliebenen und Freunde von Basti geht, habe ich dieses Statement herausgenommen und wir werden in einigen Wochen mit etwas Abstand einen größeren Bericht mit Statements bringen, die zum Thema Höhenbergsteigen in den letzten Stunden so hereingekommen sind.

Karl Posch

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