Ötzi Alpin Marathon 2017 – Der Bericht

Mehr als 300 Teilnehmer beim spektakulären und „speziellen“ Winter Triathlon. 42.2 Kilometer und 3.266 Meter Höhenunterschied mit MTB, Laufschuhen und Tourenskiern. Weisenhorn ist ein unschlagbarer Ironman, Pircher sichert sich den dritten Sieg bei den Damen Teamsieg der Männer geht an Adidas Terrex, bei den Frauen gewinnt Tiroler Versicherung.
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Bei strahlendem Sonnenschein in Naturns und im Schnalstal (BZ) erwiesen die Ironmen auch dieses Jahr dem Mann aus dem Eis die Ehre: Bereits zum 14. Mal fand heute der Ötzi Alpin Marathon statt, der die Athleten von Naturns (BZ), 550 m, bis auf den Gletscher im Schnalstal auf 3.212 m führt und vom ASV Schnals organisiert wird.

Das wundervolle Panorama, von dem man die gesamten Vinschgauer Alpen bis weit über den Ortler überblickt, kürte den stoischen Südtiroler Oswald Weisenhorn vom Martini Speed Team zum Sieger dieses extremen Rennens, gefolgt vom Winter-Triathleten Daniel Antonioli von C.S. Esercito und dem Österreicher Robert Berger. Doch wenn man von Ironmen spricht, sind natürlich nicht nur Männer gemeint, ganz im Gegenteil: Bei den Frauen gewann zum dritten Mal Pircher aus Latsch vom Martini Speed Team, auf dem Treppchen folgen ihr zwei weitere Südtirolerinnen, nämlich Gerlinde Baldauf vom TT Vinschgau und Helga Flora Platzgummer von Fullsport Meran.

Der Startschuss fiel um 9 Uhr im charmanten Dorfkern von Naturns, von dort aus legten die Athleten die ersten 24,2 Kilometer und 1.570 Höhenmeter bis Unsere Frau zurück. Dort tauschten sie MTB gegen Laufschuhe und liefen 11,3 Kilometer und 495 Höhenmeter bis nach Kurras auf einer Strecke, die durch die letzten Schneereste noch zäher war. Dabei versuchten sie, so weit als möglich, noch Energie für den letzten Kraftakt zu sparen: Für die folgenden 6,7 km schnallten die Teilnehmer Tourenski und Felle an, um noch 1.200 Höhenmeter bis zur Bergstation am Schnalstaler Gletscher, nicht unweit von der Ötzi-Fundstelle, der diesem Event auch den Namen gibt, zu bewältigen.

Für mehr als die Hälfte des Rennens schien es, als würden die Lorbeeren nicht an einen Südtiroler sondern an einen Athleten aus der Lombardei gehen: Nach der Mountainbike-Strecke, teilweise mit dem Rad auf den Schultern den steilen Sonnenberg hoch, und der Laufstrecke schien Antonioli aus Lecco die Führung endgültig für sich erkämpft zu haben. Doch er wurde von Oswald Weisenhorn eingeholt und überholt. Der Malser Athlet hatte sein Können schon in zwei vorherigen Ausgaben mit einem Platz auf dem Treppchen unter Beweis gestellt und heute die MTB-Strecke dominiert. Wie eine Furie kämpfte er sich die Schneewände Richtung Gletscherparadies von Grawand hoch, so dass er den Azzurro um 6 Minuten und 11 Sekunden abhängte. „Nach 20 Minuten Aufstieg mit den Skiern holte ich Antonioli ein und konnte ihn überholen, dann ging ich in meinem Rhythmus weiter“, so Weisenhorn. Antonioli, schon Weltmeister im Wintertriathlon, gibt sich trotzdem zufrieden: „Dies ist mein erstes Podium beim Ötzi Marathon, ich war schon vor einigen Jahren hier, hatte aber auf dem Endstück eine Krise; diese Jahr konnte ich, Dank mehr Erfahrung und Ausdauer, mein Bestes geben.“

Ganz anders sah es bei den Frauen aus, wo Pircher von Beginn bis zum Schluss das Rennen dominierte, ohne ihren Gegnerinnen auch nur einen Funken Hoffnung zu lassen. Bereits beim ersten Wechsel, als sie die Laufschuhe auf den saftig grünen Wiesen von Unser Frau schnürte, hatte die Athletin aus Latsch schon über 7 Minuten Vorsprung und konnte somit den Rest des Rennens ohne Stress bewältigen. „Dies ist mein dritter Sieg beim Ötzi, ich wusste von Anfang an, dass ich es schaffen konnte, auch wenn man sagen muss, dass dieses Rennen einem ganz schön viel abverlangt“, so die Siegerin.

Doch die Athleten, die in einem Rennen Rad, Laufen und Skifahren bewältigen könne, sind eine Seltenheit: Deshalb waren bei diesem alpinen Marathon auch viele „Spezialisten“ am Start, die das Rennen als Staffel zurücklegten. In dieser Kategorie ging das Team Adidas Terrex als Sieger hervor, das vom Österreicher Jackob Herrman, einem international anerkannten Ski Alper, sowie Mirco Tabacchi und Osvaldo Zanella aus Belluno gebildet war. „Es war ein phantastisches Rennen“, so der begeisterte Tabacchi, „wir lagen von Anfang an in Führung.“ Was die weibliche Staffel betrifft, so ging der begehrte Sieg an das Team Tiroler Versicherung mit Lorenza Menapace, Petra Pircher und Birgit Stuffer, die die Gegnerinnen weit hinter sich ließen.

Die zahlreichen und enthusiastischen Teilnehmer, über 300, erfüllten die Erwartungen der Organisatoren, die sich sichtlich über die müden aber lächelnden Gesichter der Athleten auf der Grawand freuten. In solch extremen und spektakulären Rennen gibt es nämlich keine Verlierer: Allen unerschrockenen Teilnehmern gebührt nämlich auf über 3.200 m die höchste Ehre. Nach dem Rad, den Laufschuhen und den Skiern erwartete die Athleten dann die Talfahrt mit der Seilbahn von Grawand, um sich an der großen Pastaparty in Unser Frau zu stärken. Die spannende Strecke, das grandiose Panorama, die feierliche Stimmung und natürlich die strahlende Sonne werden den Athleten sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Info: www.oetzi-alpin-marathon.it und info@oetzi-alpin-marathon.com

ME – Overall Männer Einzel / Uomini

  1. Weisenhorn Oswald Martini Speed Team 3:26.30,4; 2. Antonioli Daniel C.S. Esercito 3:32.42,2; 3. Berger Robert A-Kirchberg Bei Matt. 3:34.09,3; 4. Crivellin Andreas D-Oberndorf 3:39.04,5; 5. Nicente Daniel Arsv Vinschgau 3:40.42,1; 6. Osele Roland S.C. Meran Triathlon 3:42.47,2; 7. Theiner Hubert Ttvinschgau 3:44.38,1; 8. Forni Alessandro Bren Team 3:45.07,3; 9. Gostner Elmar Skialp Gossensaß 3:45.22,7; 10. Trainer Thomas Martins Bike Shop 3:50.34,1

FE – Overall Frauen Einzel / Donne

  1. Pircher Anna Martini Speed Team 4:15.13,1; 2. Baldauf Gerlinde TT Vinschgau 4:19.38,9; 3. Platzgummer Helga Flora Fullsport Meran 5:06.00,5; 4. Thoma Daniela Bike Club 2001 5:11.13,4; 5. Schneehage Kerstin Team Erdinger Alkoho. 5:14.08,5; 6. Erlacher Flora Ötzi bike 5:16.15,8; 7. Varnecke Kirstin DAV Murnau 5:24.59,4; 8. Schwienbacher Angelika ASV Martell Raiffeisen 5:39.20,1; 9. Plank Erika A-Pfons 5:43.17,0; 10. Niederreuther Ramona LC Chiemgau-Steigenb. 5:44.59,4

MT – Overall Männer 3-er Team / Uomini

  1. Adidas Terrex Tabacchi Mirco – Zanella Osvaldo – Herrmann Jakob 3:01.46,9; 2. Ktm Factory Racing Obwaller Hans Peter – Frick Gerd – Oberbacher Alex 3:07.39,5; 3. Team Noene Depaul Gabriele – Miori Luca – Beccari Filippo 3:18.43,7; 4. Skialprace Ahrntal Dorfmann Fabian – Mair Joachim – Niederwieser Christof 3:21.59,6; 5. Fenaroli Masè Salvadori Fenaroli Diego – Piazza Georg – Salvadori Alex 3:25.04,6; 6. Martini – Speed -Team Wallnöfer Freddy – Bernhart Andreas – Elsler Martin 3:26.07,6; 7. No Pain No Gain Polig Alexander – Moser Christian – Gufler Andreas 3:27.25,5; 8. Rocknroll Mountainstore_Kirchmair Allesw Unterrainer Georg – Hauser Daniel – Danzl Simon 3:27.52,6; 9. Sportland Passeiertal Erhard Alex – Schweigl Andreas – Raffl Marian 3:29.42,2; 10. Team Kuhleitenhütte Karl Gruber Metz Hannes – Pichler Horst – Andreis Alex 3:42.23,2

FT – Overall Frauen 3-Er Team / Donne

  1. Team Tiroler Versicherung Menapace Lorenza – Pircher Petra – Stuffer Birgit 3:59.28,5; 2. Team Dolomites Steger Elisabeth – Eckl Angelika – Dapunt Heidi 4:11.39,2; 3. Team Crazy Pollinger Judith – Pratzner Verena – Perathoner Manuela 4:24.11,6; 4. Demis Team Coslop Debora – Vidili Isabella – Tezzele Michela 4:50.26,9; 5. Bagolino-Caffarese Bacchetti Elisabetta – Melzani Veronica – Lombardi Sabrina 5:22.39,7

 

Fotos und Text: Pressebüro Ötzi Alpin Marathon

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